Trauerfeier für den getöteten iranischen General Soleimani in einer Berliner Moschee

Nach US-Angriff Deutsche Schiiten trauern um General Soleimani

Stand: 14.01.2020 06:00 Uhr

Für viele Schiiten ist der von den USA getötete General Soleimani ein Held - auch hierzulande. Wie stark ist der Einfluss des iranischen Regimes auf die schiitische Gemeinde in Deutschland?

Von Ulrich Hagmann, Markus Rosch und Ahmed Senyurt, BR

Sein Bild mit Blumenschmuck steht ganz vorne in der Moschee der Islamischen Kulturgemeinde der Iraner in Berlin-Tempelhof: Kassem Soleimani. Iranischer General, Chef der berüchtigten Al-Kuds-Brigaden und auf Platz 15 der EU-Terrorliste, bevor er und einige Gefolgsleute bei einem US-Drohnenangriff Anfang des Jahres getötet wurden.

US-Verteidigungsminister Esper relativiert Aussagen über angebliche Beweise für iranische Angriffspläne
tagesschau 17:00 Uhr, 13.01.2020, Stefan Niemann, ARD Washington

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Für viele ein Held

Doch für viele Schiiten ist Soleimani ein Vorbild. "Er war ein guter Mann. Ein Held. Die Amerikaner hatten Angst vor ihm", sagt ein Teilnehmer vor der Moschee. Fast zwei Stunden gedenken Männer, aber auch Frauen und Kinder in Berlin-Tempelhof des getöteten iranischen Generals - wie überall in Deutschland in diesen Tagen. Ist das eine Machtdemonstration des Iran?

Wie stark ist der Einfluss des iranischen Regimes auf die schiitische Gemeinde in Deutschland? Volker Beck saß für Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag. Er war innenpolitischer, religionspolitischer und migrationspolitischer Sprecher der Partei. Der heutige Lehrbeauftragte der Ruhr Universität in Bochum beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema. Beck sagt, dass "ein großer Teil der schiitischen Gemeinden unmittelbar aus dem Iran gesteuert wird".

Verfassungsschutz warnt vor iranischem Einfluss

Gesteuert werden wohl auch das Islamische Zentrum Hamburg (IZH) und die Imam-Ali-Moschee als Europazentrale des Mullah-Regimes. Der Imam, ein enger Vertrauter des Revolutionsführers Khamenei, gilt als dessen Vertreter in Europa.

Das IZH soll deutschlandweit die Vereinigung der schiitischen Moscheeverbände, kurz IGS, steuern. Die Moschee an der Alster wird seit Jahrzehnten vom Hamburger Verfassungsschutz beobachtet.

"Wir wissen, dass das IZH sich nach außen moderat gibt", sagt Marco Haase vom Verfassungsschutz. "Nichtsdestotrotz repräsentiert es seit jeher das Teheraner Regime. Es propagiert die islamische Revolution und es verkörpert damit ein Regime, das eine Gesellschaftsordnung propagiert, die mit unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung überhaupt nicht zu vereinbaren ist."

Imam Ali Moschee in Hamburg
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Stützpunkt des Teheraner Regimes? Die Imam Ali Moschee in Hamburg.

Förderung durch Deutschland und EU

Nachfrage bei Mohammad Hadi Moffatteh. Für ein Interview steht der Imam und Leiter des IZH nicht zur Verfügung. In einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber dem ARD-Politikmagazin report München beklagt er sich aber, dass das Wissen über Schiiten in Deutschland "sehr diffamierend, diskriminierend und ausschließlich unter Beachtung sicherheitspolitischer Aspekte des Westens und mit Bezug zum Iran vermittelt wird".

Beck sieht das anders. Seit langem würde der Iran über schiitische Moscheen mobilisieren und über seine Geheimdienststrukturen "weiche Ziele" ausspähen. Trotz dieser seit langem bekannten Umstände kann Beck nicht verstehen, dass die IGS von EU und deutscher Regierung gefördert werden. Nach Recherchen von report München betrug die Fördersumme bis Ende 2019 knapp 400.000 Euro. Das Bundesfamilienministerium und das Bundeskriminalamt bestätigten diese Zahlen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Januar 2020 um 17:00 Uhr. Zudem berichtet über dieses Thema das Erste in dem Politmagazin "report München" am 14. Januar 2020 um 21:45 Uhr.

Report München
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