Polizisten stehen vor dem Haus des ermordeten Walter Lübcke. | Bildquelle: REUTERS

Fall Lübcke Ermittler prüfen Hinweise auf Mittäter

Stand: 18.06.2019 18:00 Uhr

Im Fall Lübcke gehen Ermittler Hinweisen auf Mittäter nach. Ein Zeuge will verdächtige Autos beobachtet haben. In der Wohnung des festgenommenen Verdächtigen wurde ein versteckter Autoschlüssel gefunden - das Fahrzeug ist bislang nicht aufgetaucht.

Von Florian Flade, WDR, und Georg Mascolo, NDR/WDR

Im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke gehen Ermittler in Hessen der Frage nach, ob der tatverdächtige Stephan E. alleine gehandelt hat oder Helfer hatte. Entsprechende Hinweise auf Mittäter und Mitwisser ergeben sich nach Informationen von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" aus einer Zeugenaussage, wonach zwei Autos aus Richtung Tatort durch den Ort gerast seien.

Mordfall Lübcke: Ermittler gehen Hinweisen auf Mittäter nach
tagesthemen 22:15 Uhr, 18.06.2019, Jan Koch, WDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Ein Nachbar Lübckes gab gegenüber der Polizei an, in der Tatnacht einen Schuss gehört zu haben. Anschließend seien zwei Autos in aggressiver Art durch den Ort gefahren. Er habe, so sagte der Zeuge, den Eindruck gehabt, als hätten sich die Leute verfahren. Eines der Fahrzeuge sei ein Volkswagen Golf Caddy oder ein ähnliches Fahrzeug gewesen, das andere Auto konnte der Mann nicht beschreiben.

Gefahr einer möglichen Verschleierung

Die Ermittler stellten schließlich fest, dass ein Auto, das auf die Zeugenbeschreibung passte, ein grauer Volkswagen Caddy Life, auf die Ehefrau des Tatverdächtigen Stephan E. zugelassen ist. Die gab in einer Vernehmung durch das LKA allerdings an, das Auto werde ausschließlich von ihrem Ehemann gefahren. Auch wegen dieser Hinweise auf mögliche Mittäter ordnete die Ermittlungsrichterin am vergangenen Wochenende Untersuchungshaft an wegen der Gefahr einer möglichen Verschleierung. 

Bei der Durchsuchung der Wohnung von Stephan E. entdeckten die Ermittler nach Informationen von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" einen weiteren Autoschlüssel, versteckt im CD-Fach eines Radios im Gäste-WC. Der Schlüssel gehört zu einem Fahrzeug der Marke Skoda, das Stephan E. vor einiger Zeit angeblich für einen Verwandten verkaufen sollte. Seiner Ehefrau soll Stephan E. gesagt haben, dass er den Wagen zwischen dem 2. und dem 4. Juni veräußert habe. Den Verkaufsauftrag bestätigte der Verwandte. Bis jetzt konnte das Auto nicht gefunden werden. 

Im Besitz einer legalen Waffe?

Die Ehefrau von Stephan E. sagte der Polizei, sie sei am Tatabend erst spät mit der Tochter nach Hause gekommen. Ihr Mann wiederum sei nach ihr zu Hause eingetroffen, wo er sich in den Stunden zuvor aufgehalten habe, wisse sie allerdings nicht. Er gehe öfter für einige Stunden in den Wald spazieren. Oder er gehe in den Schützenverein, um mit einem Sportbogen zu schießen. 

Sie habe einmal eine Waffe bei ihrem Mann gesehen, so die Ehefrau. Stephan E. habe ihr gesagt, dass es sich um eine legale Waffe handele. Munition habe sie im Haus allerdings nie gesehen. Die Tatwaffe haben die Ermittler bislang nicht gefunden. 

Affinität zu Waffen erkennbar

Neben der Wohnung des Beschuldigten, in der 83 Asservate, darunter eine Schreckschusspistole und zahlreiche Datenträger sichergestellt wurden, durchsuchten die Ermittler des LKA am vergangenen Samstag auch den Arbeitsplatz von Stephan E. bei einer Kasseler Firma. Dort entdeckten die Beamten in einem Spind einen Laptop und ein Notizbuch, die derzeit ausgewertet werden. 

Auf dem Mobiltelefon des Verdächtigen konnten bereits Dateien festgestellt werden, die eine deutliche rechte Gesinnung zeigen würden, heißt es aus Ermittlerkreisen. So sollen auch Witze über Juden und Muslime darauf gefunden worden sein, ebenso sei eine Affinität zu Waffen erkennbar. Bezüge zum Tatort, einer Tatplanung und zum Opfer Walter Lübcke hätten sich allerdings bislang nicht ergeben. 

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Juni 2019 um 20:00 Uhr.

Korrespondent

Georg Mascolo | Bildquelle: picture alliance / SvenSimon Logo NDR/WDR

Georg Mascolo, NDR/WDR

Darstellung: