Frauen stellen sich für Hilfsgüter im Lager al Hol an. (Archivbild März 2019) | Bildquelle: dpa

Deutschland organisiert Übergabe Kinder von IS-Anhängern zurückgeholt

Stand: 19.08.2019 13:49 Uhr

Deutschland hat erstmals vier Kinder von IS-Anhängern in Obhut genommen. Eine Delegation nahm sie an der syrisch-irakischen Grenze in Empfang. Einige haben ihre Eltern verloren und wurden an Angehörige übergeben.

Von Britta von der Heide, Volkmar Kabisch und Georg Mascolo (NDR/WDR)

Drei deutsche Waisenkinder und ein Baby mit schwerer Erkrankung, deren Eltern sich der Terrormiliz IS in Syrien angeschlossen hatten, sind auf dem Weg zurück nach Deutschland. Nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" nahmen Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes die Kinder heute Mittag an einem Grenzübergang zwischen Syrien und dem Irak in Empfang. Auch "Der Spiegel" und die "Bild"-Zeitung berichten darüber.

Die Kinder werden nun zunächst in die nordirakische Stadt Erbil gebracht und dann, soweit medizinisch möglich, nach Deutschland ausgeflogen.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte: "Ich kann bestätigen, dass vier Kinder, die sich bislang in Nordsyrien in Gewahrsam befunden haben, Syrien verlassen konnten." Die Kinder würden an die Angehörigen übergeben.

Deutsche Delegation nimmt Kinder von IS-Anhängern in Empfang
tagesthemen 22:15 Uhr, 19.08.2019, Daniel Hechler, ARD Kairo

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Streit über Umgang

Seit Monaten schwelt ein Streit über den Umgang mit deutschen IS-Angehörigen und deren Kindern, die sich in syrischer Haft befinden. Das Auswärtige Amt hatte argumentiert, es gäbe keine konsularische Vertretung in Nordsyrien und deshalb könne man nicht tätig werden. Dagegen hatte der Rechtsanwalt Dirk Schoenian vor dem Verwaltungsgericht Berlin geklagt. Die Bundesregierung müsse insgesamt vier Waisen, deren Eltern sich dem IS angeschlossen hatten und später starben, nach Deutschland zurückbringen.

Eine der vier deutschen Waisen ist in der Zwischenzeit verschwunden. Die Bundesregierung kennt den aktuellen Aufenthaltsort nicht. Neben den drei Waisen, die heute an Mitarbeiter des deutschen Generalkonsulats im Irak übergeben wurden, gehört auch ein zehn Monate altes Kind, das schwer erkrankt ist. Es litt an einem Wasserkopf, der in Syrien nur notdürftig operiert wurde. Die Operationswunde hatte sich später schwer entzündet.

Was mit den übrigen deutschen IS-Anhängern und ihren Kindern, die noch in syrischen Gefangeneneinrichtungen festgehalten werden, passiert, ist unklar. Viel wird jetzt davon abhängen, was deutsche Gerichte entscheiden werden.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 19. August 2019 um 13:30 Uhr.

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