El Paso | Bildquelle: AFP

Anschlag in El Paso "Manifest" bezieht sich auf Christchurch

Stand: 05.08.2019 11:08 Uhr

Der Attentäter von El Paso hat offenbar kurz vor seiner Tat ein "Manifest" auf einer einschlägig bekannten Plattform veröffentlicht. Es bezieht sich auf den Anschlag von Christchurch.

Von Patrick Gensing und Silvia Stöber, tagesschau.de

Der Anschlag auf ein Einkaufszentrum in El Paso an der Grenze zu Mexiko hat offenbar einen rechtsextremen Hintergrund. Der Attentäter hatte kurz vor seinem Angriff im Netz mutmaßlich ein "Manifest" veröffentlicht.

In dem vierseitigen "Manifest" ist von einer "spanischen Invasion" in Texas die Rede. Es trägt den Titel "Eine unbequeme Wahrheit" und beinhaltet einen Plan, wie die USA nach "Rassen" aufgeteilt werden solle. Außerdem wird darin behauptet, weiße Menschen sollten "ersetzt" werden - und knüpft damit an Verschwörungstheorien von einem "großen Austausch" an. Solche Legenden sind international bei Rechtsextremisten gängig - von den "Identitären" in Europa, über den Attentäter von Christchurch bis zu weißen Rassisten in den USA.

Attacke in El Paso als Terrorakt eingestuft
tagesschau 20:00 Uhr, 04.08.2019, Chistiane Meier, ARD New York

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Serie von rechtsextremen Anschlägen

Die "New York Times" stellt in einer Analyse fest, dass viele Anschläge in den USA auf das Konto von weißen Rassisten geht. FBI-Analysen und anderen ausgewerteten Quellen zufolge gab es seit 2017 mindestens acht Angriffe mit Waffen durch weiße Rassisten - auf Schulen, Synagogen oder Einkaufszentren. Beispielsweise in Pittsburgh tötete ein Rechtsextremist elf Menschen, ein anderer in Parkland sogar 17. Der Angriff von El Paso ist der folgenschwerste bislang: Der 21-jährige Attentäter tötete 20 Menschen.

Das FBI hatte im Frühjahr in einer internen Analyse vor Verschwörungstheorien als Motivation für Gewalttaten gewarnt. Solche Legenden könnten mit hoher Wahrscheinlichkeit sowohl Gruppen oder Einzeltäter anstacheln, kriminelle oder gewalttätige Handlungen durchzuführen.

Trump-Rhetorik in der Kritik

In den USA geben Oppositionspolitiker zudem Präsident Donald Trump eine Mitschuld an solchen Anschlägen. Er befeuere durch seine Rhetorik und Äußerungen Gewalt.

Der Attentäter von El Paso hatte auf Twitter zudem seine Unterstützung für Trump geäußert. Anfang 2017 schrieb er, die von Trump geplante Mauer sei der beste Weg, um die USA zu sichern.

Plattformen des Hasses

Bei dem mutmaßlichen Schützen wird ein rassistisches Motiv vermutet, die US-Justizbehörden sprechen von "inländischem Terrorismus". Dass das "Manifest" tatsächlich von dem Attentäter stammt, ist noch nicht offiziell bestätigt. Für die Authentizität des Dokuments spricht, dass es kurz vor der Tat publiziert wurde und Täterwissen offenbart. Auch El Pasos Polizeichef sagte, es sehe mehr und mehr danach aus, dass der Mann es geschrieben habe.

Das "Manifest" wurde zudem auf der Plattform "8chan" gepostet - auch der Amoklauf im neuseeländischen Christchurch und auf die Synagoge im kalifornischen Poway waren dort angekündigt worden.

Treffpunkt von "Incels" und Fanatikern

"8chan" war von dem Programmierer Fredrick Brennan gegründet worden, weil ihm die Plattform "4chan" zu restriktiv geworden war. Auf "8chan" wird so gut wie nicht moderiert. Dort versammelten sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr Gruppen, die von anderen Plattformen ausgeschlossen worden waren, so 2014 eine Gruppe "GamerGate" mit anti-feministischen Videospielern. Auch "Incel"-Männer, die unfreiwillig ehelos bzw. enthaltsam leben - finden sich zahlreich auf "8chan".

Die Nutzer empfehlen auf "8chan" gewaltverherrlichende Literatur und bejubeln Amokschützen. Zudem bewerten sie die jeweiligen Taten und vergeben "Highscores" für besonders viele Opfer.

Programmierer Brennan gab 2015 die Kontrolle über die Plattform ab und beendete im vergangenen Jahr seine Zusammenarbeit mit dem derzeitigen Besitzer. Im März sprach er sich im "Wall Street Journal" dafür aus, "8chan" offline zu stellen, bevor durch die Seite weitere Gewalt gefördert werde. Nach der Tat in El Paso am Samstag forderte er den derzeitigen Betreiber auf, die Plattform zu schließen. Das Unternehmen Cloudflare, das "8chan" bislang vor Cyber-Attacken schützte, kündigt an, diesen Dienst einzustellen.

Der Journalist Robert Evans recherchiert bereits seit Jahren zu rechtsextremen Gruppen in den USA und Hass-Plattformen. Er warnt, es könne noch mehr Anschläge geben - und weitere "blutige Versuche, die 'Highscore' des letzten Killers zu überbieten".

Was man über die Hass-Plattform "8chan" wissen muss
Katharina Wilhelm, ARD Los Angeles
05.08.2019 17:19 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. August 2019 um 20:00 Uhr.

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