Badegäste am Strand von S'Arenal. | dpa

Corona-Einreiseregeln Spanien und Niederlande sind Hochinzidenzgebiete

Stand: 23.07.2021 16:25 Uhr

In Spanien und den Niederlanden waren die Corona-Infektionszahlen zuletzt stark gestiegen. Die Bundesregierung erklärte beide Länder jetzt zu Hochinzidenzgebieten. Für viele deutsche Urlauber könnte das zu Schwierigkeiten führen.

Die Bundesregierung hat ganz Spanien und die Niederlande wegen hoher Corona-Infektionszahlen zu Hochinzidenzgebieten erklärt. Das teilte das Robert Koch-Institut mit. Die Neueinstufung gilt demnach ab kommenden Dienstag. Bereits ab Sonntag gilt Georgien als Hochinzidenzgebiet.

Wer aus einem Hochinzidenzgebiet zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen.

Etwa 400.000 deutsche Urlauber in Spanien

Nach Angaben des Reiseverbandes DRV machen aktuell etwa 200.000 Pauschalreisende aus Deutschland in Spanien Urlaub - etwa 60 Prozent von ihnen auf den Balearen, 30 Prozent auf den Kanaren und der Rest auf dem Festland. Hinzu kommen insgesamt geschätzt etwa 200.000 Individualurlauber aus Deutschland in dem Land.

Auf Mallorca als liebster Ferieninsel der Deutschen lag die Inzidenz zuletzt bei 365. Vor allem junge, noch nicht geimpfte Menschen infizierten sich bei Partys und Musikfestivals, meist mit der ansteckenderen Delta-Variante. Im Corona-Hotspot Katalonien mit Barcelona als Touristenmetropole liegt die 14-Tage-Inzidenz bei den 20- bis 29-Jährigen derzeit bei schwindelerregenden fast 3200.

Dennoch kritisierte der DRV die Entscheidung der Bundesregierung. Dies mache mitten in der Ferienzeit "zahlreichen Reisenden und insbesondere vielen Familien mit Kindern die Urlaubspläne zunichte", sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig. Die von der Corona-Krise hart getroffene Reisewirtschaft befürchtet, dass eine drohende Quarantäne Menschen verunsichert, die gerade im Urlaub sind oder kurz davor stehen.

Niederlande: Inzidenz bei 361

Die Niederlande waren am vergangenen Sonntag als erstes der neun Nachbarländer Deutschlands wieder ganz als Risikogebiet eingestuft worden. Seit Anfang Juli waren dort die Infektionszahlen um 500 Prozent innerhalb einer Woche gestiegen. Höhepunkt war eine Sieben-Tage-Inzidenz von etwa 415 am Dienstag. Zuvor hatte die Regierung fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben. Vor allem in Diskotheken, bei Festivals und Partys hatte sich die Delta-Variante des Virus rasant verbreitet. Gerade junge Menschen bis 29 Jahre infizierten sich. Auch die Patientenzahlen in den Krankenhäusern nehmen seither deutlich zu.

Die Regierung der Niederlande zog vor zwei Wochen die Notbremse. So bleiben Diskotheken und Nachtclubs nun geschlossen, Festivals sind untersagt. Seit einigen Tagen sinken die Infektionszahlen wieder. Zuletzt waren am Donnerstag etwa 6300 neue Fälle registriert worden. Die Inzidenz liegt nun bei etwa 361.

Weitere einfache Risikogebiete

Als einfache Risikogebiete gelten laut Mitteilung des RKI ab Sonntag Dänemark - mit Ausnahme von Grönland - und Teile Frankreichs. Betroffen sind die Regionen Korsika, Okzitanien, Provence-Alpes-Côte d'Azur und das Übersee-Département Martinique. Auch Irland, Malta und Monaco wurden als einfache Risikogebiete eingestuft.

Rückkehrer aus einfachen Risikogebieten müssen die digitale Einreiseanmeldung vornehmen. Zudem bringt die Einstufung als Risikogebiet zwar grundsätzlich eine Quarantänepflicht mit sich. Diese kann aber durch ein negatives Testergebnis beziehungsweise einen Genesenen- oder Impfnachweis vermieden werden.

Als einfache Risikogebiete werden Länder und Regionen eingestuft, in denen die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen über 50 liegen. Bei einer Inzidenz über 200 folgt die Einstufung als Hochinzidenzgebiet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Juli 2021 um 06:23 Uhr.