Burkhard Hirsch | Bildquelle: imago/Jens Jeske

Trauer um FDP-Politiker Burkhard Hirsch gestorben

Stand: 12.03.2020 09:27 Uhr

Der FDP-Politiker Burkhard Hirsch ist tot. Der frühere Innenminister von Nordrhein-Westfalen und Bundestagsvizepräsident starb im Alter von 89 Jahren. Bis zuletzt hatte er sich gegen staatliche Eingriffe in die Privatsphäre gewehrt.

Burkhard Hirsch, einer der letzten großen FDP-Politiker aus der sozialliberalen Koalition der 1970er-Jahre, ist tot. Er sei gestern im Alter von 89 Jahren gestorben, teilte das nordrhein-westfälische Innenministerium mit.

Hirsch, der am 29. Mai 1930 in Magdeburg geboren wurde und in Halle aufwuchs, gehörte zur "Mitteldeutschen Fraktion" in der FDP um den Hallenser Hans-Dietrich Genscher und gebürtigen Dresdner Gerhart Baum. Vor allem Baum und Hirsch standen der Ostpolitik von SPD-Kanzler Willy Brandt sehr nahe, die unter dem Motto "Wandel durch Annäherung" stand. Das Aus der sozialliberalen Koalition kam 1982, als sich die FDP unter Genscher und Otto Graf Lambsdorff der Union unter Helmut Kohl zuwandte.

Burkhard Hirsch mit  Gerhart Baum während der Debatte zur Regierungserklärung im Jahr 1984 | Bildquelle: picture-alliance/ dpa
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Burkhard Hirsch mit Gerhart Baum während der Debatte zur Regierungserklärung im Jahr 1984

Vom Kommunalpolitiker zum Bundestagsvizepräsidenten

Der promovierte Jurist Hirsch begann 1964 als Kommunalpolitiker im Düsseldorfer Stadtrat. Er zog 1972 in den Bundestag ein und wurde 1975 bis 1980 als NRW-Innenminister nach Düsseldorf gerufen. 1980 ging er zurück in den Bundestag, in seiner letzten Wahlperiode von 1994 bis 1998 war er Vizepräsident des Bundestages.

In der Zeit des RAF-Terrors wurde das NRW-Innenministerium unter Hirsch von vielen für Fahndungspannen bei der Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer verantwortlich gemacht. "Das geht mir bis heute an die Nieren", sagte er noch 2016.

FDP-Politiker Burkhard Hirsch ist gestorben
tagesschau24 11:00 Uhr, 12.03.2020, Philipp Wunderesee, WDR

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Sozialliberaler Bürgerrechtler

Bis zuletzt hat sich Hirsch gegen staatliche Eingriffe in die Privatsphäre gewehrt - sei es beim großen Lauschangriff oder bei der Vorratsdatenspeicherung. Die Vorratsdatenspeicherung führe zum gläsernen Bürger, kritisierte er.

Der Bürgerrechtler war an der erfolgreichen Verfassungsbeschwerde gegen das Luftsicherheitsgesetz von Rot-Grün beteiligt. Das Gesetz erlaubte im Fall einer Flugzeugentführung durch Terroristen den militärischen Abschuss und nahm damit die Tötung Unschuldiger in Kauf. Karlsruhe gab den Klägern 2006 recht.

FDP-Chef Christian Lindner schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter: "Mit ihm verlieren wir einen großen Liberalen, Verteidiger der Bürgerrechte und einen liebenswürdigen wie loyalen Ratgeber."

Auch andere FDP-Politiker drückten ihre Trauer aus.

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FDP - die Geschichte der Partei (1948 bis 2018)

FDP

Vor 70 Jahren, am 11. und 12. Dezember 1948, wurde die FDP in Heppenheim an der Bergstraße gegründet. Die 13 liberalen Landesverbände der drei westlichen Besatzungszonen schlossen sich zusammen. Theodor Heuss (links, auf einer Wahlveranstaltung 1948 in Berlin) war der erste Bundesvorsitzende der Partei. Bei der ersten Bundestagswahl am 14. August 1949 (rechts ein Foto vom Wahlabend) errang die FDP einen Stimmenanteil von 11,9 Prozent. Seitdem war die FDP bis 2013 in jedem Bundestag vertreten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. März 2020 um 09:00 Uhr.

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