Präsentation der neuen NASA-Raumanzüge in Washington | AP

Neue Raumanzüge der NASA Geschmeidig auf dem Mond

Stand: 16.10.2019 11:20 Uhr

Für Yoga reicht es zwar nicht, aber dank neuer Raumanzüge werden NASA-Astronauten künftig viel beweglicher sein. Die Anzüge sollen auch bei der neuen Mondmission Artemis zum Einsatz kommen.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Fast war es wie bei einer Modenschau: Musik zum Einzug, Models auf dem Laufsteg, Applaus. So hat die NASA in Washington ihre neuen Raumanzüge präsentiert - entwickelt für die Männer und Frauen, die in fünf Jahren zum Mond fliegen sollen. Weiß-Blau-rot der Anzug für die Mondoberfläche, orange der für unterwegs und den Aufenthalt in der Station, die für Jahre um den Mond kreisen soll. Beide sind klimatisiert und natürlich mit Helm.

Arthur Landwehr ARD-Studio Washington

Und da endet die Ähnlichkeit mit den Mondanzügen von 1969. "Neil Armstrong und Buzz Aldrin sind wie Hasen über den Mond gehüpft. Jetzt werden wir tatsächlich gehen können", sagt der sichtbar stolze NASA-Chef Jim Bridenstine über die Kreationen aus seinem Haus.

Endlich mehr Bewegungsfreiheit

Für das Design verantwortlich ist Amy Ross. Sie schaut vor allem auf die nützlichen Details: Die Astronauten können höher greifen - über den Anzug oder über den Kopf. "Das konnten wir bis heute noch nicht und auch nicht während des Apollo-Programms", erläutert Ross.

NASA-Ingenieurin Kristine Davis demonstriert die neue Bewegungsfreiheit sogleich, die die Kugellager in den Ärmelansätzen erlauben. Ein breites Scharnier macht es zudem möglich, die Hüfte zu drehen. Alles Möglichkeiten, von denen Armstrong nur träumen konnte.

"Das ist wichtig, wenn wir geologische Versuche machen", erklärt Astronautin Kate Rubens. "Wenn man einen Stein aufhebt, etwas untersucht, ein wissenschaftliches Instrument einpflanzt. Dafür braucht man die Beweglichkeit im Oberkörper." Rubens hat schon mehrere Außeneinsätze an der Internationalen Raumstation hinter sich. Sie hat alle Prototypen getestet, meist unter Wasser.

Die Ingenieure Kristine Davis und Dustin Gohmert präsentieren in Washington die Prototypen der neuen NASA-Raumanzüge: Der in Anspielung auf die US-Flagge rot-weiß-blau gehaltene Druckanzug für Außeneinsätze, der orangefarbene Orion-Überlebensanzug für Start und Landung. | dpa

Die Ingenieure Kristine Davis und Dustin Gohmert präsentieren in Washington die Prototypen der neuen NASA-Raumanzüge: Der in Anspielung auf die US-Flagge rot-weiß-blau gehaltene Druckanzug für Außeneinsätze, der orangefarbene Orion-Überlebensanzug für Start und Landung. Bild: dpa

Der Einteiler für bis zu sechs Tage

Ingenieur Dustin Gohmert präsentiert den orangenen Einteiler für unterwegs. Der sei sehr bequem, sagt er. Aber wenn mal was passiere, dann ziehe man ihn zu, setze den Helm auf und sei für eine Weile geschützt. "Das ist wie ein sicherer Hafen", so Gohmert. "Man kann sich hinein flüchten. Er hält den Körper unter Druck. Wir können bis zu sechs Tage darin bleiben."

Beide Modelle gibt es natürlich für Männer und Frauen, in verschiedenen Größen. Denn die Crew für 2024 ist noch nicht ausgewählt. Klar ist nur, dass beim ersten Trip eine Frau und ein Mann gemeinsam auf dem Mond aufsetzen sollen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. Oktober 2019 um 10:00 Uhr.