Wrackteil von MH17 | Bildquelle: AFP

Zwischenbericht zu MH17-Abschuss Rakete stammte aus Russland

Stand: 28.09.2016 21:27 Uhr

Der Vorwurf steht schon lange im Raum: Das Passagierflugzeug MH17 sei im Juli 2014 von einer aus Russland stammenden Rakete abgeschossen worden. Internationale Ermittler untermauern nun diesen Verdacht. Demnach war die Abschussrampe auf Rebellengebiet stationiert.

Mehr als zwei Jahre nach dem Abschuss der Passagiermaschine mit Flugnummer MH17 über der Ost-Ukraine weisen die strafrechtlichen Ermittler auf eine Verantwortung Russlands. Das Flugzeug mit 298 Menschen an Bord sei 2014 mit einer russischen Buk-Rakete abgeschossen worden, erklärten die internationalen Ermittler in Nieuwegein bei Utrecht.

Abschussrampe nach Russland zurückgebracht

Die Rakete wurde den Ermittlern zufolge aus einem von pro-russischen Rebellen kontrollierten Gebiet in der Ost-Ukraine abgefeuert. Die mobile Abschussrampe wurde anschließend nach Russland zurückgebracht. "Das können wir überzeugend beweisen", sagten die Ermittler. Die Erkenntnisse stützten sich auf die Auswertung von Satellitenbildern und Informationen der Geheimdienste.

Ermittlungsleiter Wilbert Paulissen sagte, Mitschnitte des Funkverkehrs zeigten, dass die prorussischen Rebellen um die Stationierung einer mobilen Luftabwehreinheit nachgesucht und dann die Ankunft eines solchen Buk-Raketensystems in der Ostukraine bestätigt hätten.

Verdächtige genannt

Erstmals veröffentlichten die Ermittler Namen von Verdächtigen. Auf der Internetseite der niederländischen Polizei hieß es, die Ermittler suchten nach weiteren Informationen zu den russischsprachigen Männern mit den Pseudonymen Orion und Delfin. Identifiziert wurden sie als Andrej Iwanowitsch und Nikolaj Fjodorowitsch.

Das internationale Ermittlerteam veröffentlichte darüber hinaus fünf abgehörte Gespräche auf Russisch, in denen die Verdächtigen zu hören sein sollen. Es gebe bislang "keinen Beweis dafür, dass diese Anrufe im direkten Zusammenhang mit dem Abschuss von MH17 stehen".

Expertenkommission legt neue Erkenntnisse über MH17 vor
tagesthemen 22:45 Uhr, 28.09.2016, Arnim Stauth, ARD Brüssel, zzt. Nieuwegein

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alt Demian von Osten

Einschätzung: "Russland muss ehrliche Antworten liefern"

ARD-Korrespondent Demian von Osten: Mit dem Bericht der Ermittler aus fünf Ländern ist jetzt auch offiziell bestätigt, worauf schon vorher so vieles hingedeutet hat: Aus Russland ist der Buk-Raketenwerfer gekommen, nach Russland wurde er zurückgeliefert. Der für 298 Menschen tödliche Abschuss wurde vom Gebiet der prorussischen Rebellen abgegeben. Zwar wird noch untersucht, wer den Raketenwerfer bedient hat. Doch muss Russland jetzt endlich ehrliche Antworten auf eine Menge kritischer Fragen geben. Es bestehen jedoch große Zweifel, ob das geschieht.

Russland beschuldigt die Ukraine

Moskau wies erneut jegliche Verantwortung scharf zurück und beschuldigte stattdessen die Ukraine. Neue russische Radardaten zeigten, dass das Flugzeug nicht vom Gebiet der prorussischen Separatisten aus beschossen worden sei, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Er sprach von "unwiderlegbaren Beweisen".

Das russische Außenministerium teilte mit, die Untersuchung sei voreingenommen und politisch motiviert gewesen. Die internationalen Ermittler hätten Moskau daran gehindert, an ihrer Arbeit mitzuwirken. Dagegen nehme die Ukraine an der Untersuchung teil, "was ihr Gelegenheit gibt, Beweise zu fälschen und den Fall zu ihren Gunsten zu drehen". Die Ermittler sollten die neuen russischen Radardaten berücksichtigen.

Rüstungskonzern weist Untersuchungsergebnis zurück

Auch der russische Rüstungskonzern Almaz-Antey, Hersteller der Buk-Rakete, wies die Ergebnisse der Untersuchung zurück. Die Rakete sei von einem Gebiet aus abgefeuert worden, das die ukrainische Armee kontrolliert habe. Außerdem hielten die Ergebnisse technischen Beweisen nicht stand.

Russland hatte in der Zeit seit der Tragödie widersprüchliche Angaben zum möglichen Hergang gemacht. Gezielt wurden immer kurz vor Veröffentlichung offizieller Berichte neue angebliche Beweise in Umlauf gebracht.

Russland weist jede Verantwortung von sich
tagesthemen 22:45 Uhr, 28.09.2016, Ulrich Adrian, ARD Moskau

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Bei den jetzt vorgestellten Ergebnissen handelt es sich um die ersten Erkenntnisse aus den strafrechtlichen Ermittlungen, in denen es um den genauen Raketentyp ging sowie um die Frage, von welcher Konfliktpartei die Rakete abgeschossen wurde.

Eine andere Untersuchung im Oktober 2015 hatte sich auf die technische Ursache des Absturzes konzentriert und war im vergangenen Jahr zu dem Ergebnis gekommen, dass das Flugzeug von einer Buk-Rakete russischer Herstellung getroffen worden war. Diese von Russland hergestellten Raketen werden sowohl von den russischen als auch von den ukrainischen Streitkräften verwendet.

alt Das "Buk"-Flugabwehrsystem. (Archivbild 2011)

Das Flugabwehrraketensystem Buk

Das Flugabwehrsystem Buk ("Buche") wurde in der Sowjetunion 1979 eingeführt. In unterschiedlichen Varianten befindet es sich in den Nachfolgestaaten bis heute im Einsatz.
Die für den Abschuss der malaysischen Boeing MH17 infrage kommende Modifikation M1 zerstört Ziele in einer Höhe von bis zu 22 Kilometern. Die Raketen explodieren in mehreren Metern Entfernung vor dem anvisierten Ziel. Die dabei entstehenden Splitter durchlöchern die Außenhaut des Flugzeugs, was zum Absturz führt.
Die ukrainische Armee hatte dem Londoner Internationalen Institut für Strategische Studien zufolge 2014 mehr als 60 Systeme des Typs Buk-M1 im Bestand. Russland verfügt über etwa 350 Systeme unterschiedlicher Modifikationen. Auch die prorussischen Rebellen in der Ostukraine sollen Buk-Raketen besitzen oder besessen haben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. September 2016 um 14:00 Uhr.

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