Zu Besuch bei Freunden: Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman im Weißen Haus bei US-Präsident Trump. | Bildquelle: dpa

USA und Deutschland Waffen für Riad

Stand: 23.03.2018 02:56 Uhr

Die US-Regierung hat Militärhilfen für Saudi-Arabien im Umfang von mehr als einer Milliarde Dollar genehmigt. Auch aus Deutschland wird das Königreich aufgerüstet: Acht weitere Patrouillenboote gehen nach Riad.

Saudi-Arabien erhält umfangreiche Waffenlieferungen aus den USA und Deutschland. Die US-Regierung genehmigte Militärhilfen für Saudi-Arabien im Umfang von mehr als einer Milliarde Dollar. Das US-Außenministerium gab grünes Licht für den Export von Panzerabwehr-Raketen für insgesamt 670 Millionen Dollar (420,5 Millionen Euro), einen Vertrag über Hubschrauber-Instandhaltung mit einem Volumen von 106 Millionen Dollar und für Fahrzeug-Ersatzteile im Umfang von 300 Millionen Dollar.

US-Präsident Donald Trump und der saudiarabische Kronprinz Mohammed bin Salman hatten sich bereits im Mai in Riad getroffen. Nach Angaben eines US-Vertreters waren die Verträge seither in Vorbereitung.

Ein Küstenschutzboot für Saudi-Arabien wird nach dem Stapellauf auf der Peene-Werft zum Ausrüstungskai geschleppt. | Bildquelle: picture alliance / Stefan Sauer/
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Aus Deutschland erhält Saudi-Arabien acht weitere Patrouillenboote.

Der Kronprinzen hält sich derzeit zu einem Besuch in den Vereinigten Staaten auf. Trump hatte bei einem Treffen am Dienstag von einer "großartigen Freundschaft" mit dem Königreich gesprochen. Das langjährige Bündnis beider Länder ist seit Trumps Amtsantritt noch enger geworden - zu den einigenden Faktoren gehört die gemeinsame Gegnerschaft zum Iran, dem Trump eine "destabilisierende" Rolle im Nahen Osten vorwirft.

Acht Patrouillenboote aus Wolgast

Aus Deutschland erhält Saudi-Arabien acht weitere Patrouillenboote. Ungeachtet der Beteiligung Saudi-Arabiens am Jemen-Krieg genehmigte die Bundesregierung die Lieferung an das Königreich, teilte Wirtschaftsminister Peter Altmaier dem Wirtschaftsausschuss des Bundestags in einem Schreiben mit. Die Boote werden auf der Lürssen-Werft im vorpommerschen Wolgast gebaut. Schon in den vergangenen Jahren wurden mehrere dieser Boote ausgeliefert.

Union und SPD hatten sich in den Koalitionsverhandlungen auf einen Exportstopp für alle Länder verständigt, die "unmittelbar" am Jemen-Krieg beteiligt sind. Es wurde aber ein Bestandsschutz für bereits erteilte Vorgenehmigungen in den Koalitionsvertrag eingebaut. Diese Klausel wurde jetzt offensichtlich bei den Patrouillenbooten angewendet. Denn Saudi-Arabien ist unbestritten unmittelbar mit Luftangriffen und Bodentruppen am Jemen-Krieg beteiligt. Das mächtige Königreich führt eine Allianz von neun Staaten an, die seit 2015 im Jemen gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen kämpft.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. März 2018 um 05:30 Uhr.

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