Die Anwälte im Prozess in Salé, Marokko, um den mutmaßlich islamistisch motivierten Mord an zwei Däninnen. | Bildquelle: AFP

Marokko Todesurteile nach Mord an Touristinnen

Stand: 18.07.2019 18:23 Uhr

Im Prozess um die mutmaßlich islamistisch motivierte Ermordung zweier skandinavischer Rucksack-Touristinnen in Marokko sind drei Männer zum Tode verurteilt worden. Angeklagt waren 24 Verdächtige aus der radikalislamischen Szene.

Gut ein halbes Jahr nach dem Mord an zwei skandinavischen Touristinnen in Marokko sind drei der Hauptangeklagten zum Tode verurteilt worden. Die 25 bis 30 Jahre alten Männer aus Marokko wurden von einem für Terrorismus zuständigen Gericht in Salé verurteilt, wie lokale Medien berichteten.

Im Mai hatte einer der Hauptverdächtigen die Tat gestanden. Die Rucksack-Touristinnen aus Norwegen und Dänemark waren Mitte Dezember im Nationalpark Toubkal unweit von Marrakesch ermordet worden.

In Zelt überfallen und geköpft

Nach Polizeiangaben wurden sie in ihrem Zelt überfallen und geköpft. Im Mittelpunkt des Verfahrens standen insgesamt vier Verdächtige, die der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in einem Video einen Treueeid geleistet hatten. Der vierte Hauptverdächtige sei zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Insgesamt standen in dem Mordfall 24 Angeklagte vor Gericht. Ihnen wurde vorsätzlicher Mord, illegaler Waffenbesitz und die Gründung einer Terrorgruppe vorgeworfen. Die anderen Angeklagten bekamen Freiheitsstrafen zwischen fünf und 30 Jahren.

Der Mord war in Marokko öffentlich stark beachtet worden, viele Marokkaner hielten Mahnwachen für die Opfer ab. Die Todesstrafe wird in Marokko zwar verhängt, in der Regel aber nicht ausgeführt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Juli 2019 um 17:30 Uhr in den Nachrichten.

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