Ein Polizist und ein Streifenwagen stehen vor dem Haus im Londoner Stadtteil New Malden, in dem die Leiche von Gluschkow entdeckt hatte. | Bildquelle: dpa

Ermittlungen in London Russischer Geschäftsmann ermordet

Stand: 16.03.2018 17:50 Uhr

Der russische Geschäftsmann Gluschkow wurde bereits Anfang der Woche tot in seiner Londoner Wohnung entdeckt - nun spricht die Polizei offiziell von Mord. Alle weiteren Hintergründe sind aber noch völlig unklar.

Mitten in den politischen Spannungen zwischen Großbritannien und Russland rückt ein weiterer Todesfall in den Fokus der Öffentlichkeit. Vor wenigen Tagen wurde der russische Geschäftsmann Nikolai Gluschkow tot in seiner Londoner Wohnung entdeckt.

Nachdem die Leiche des 68-Jährigen am Montag gefunden worden war, übernahm die Anti-Terror-Einheit der britischen Polizei die Ermittlungen in dem Fall. Die Identität des Toten nannte die Polizei zunächst nicht, die Anti-Terror-Ermittler wurden vorsorglich hinzugezogen - wegen möglicher Verbindungen Gluschkows nach Russland, hieß es.

Genickbruch durch Strangulieren?

Nun sprachen die Ermittler erstmals offiziell von einem Mordfall und gaben erste Details bekannt: Gluschkow starb demnach durch "Druckausübung auf das Genick". Bereits Mitte der Woche hatten russische Medien berichtet, der Tote habe Male am Hals aufgewiesen, die auf Strangulation hindeuten würden.

Gluschkow hatte in Russland für den größten russischen Autohersteller Avtovaz und als stellvertretender Direktor der Fluggesellschaft Aeroflot gearbeitet. 2004 war er wegen Geldwäsche und Betrugs zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt worden. Im Jahr 2010 gelangte er schließlich nach Großbritannien und erhielt hier politisches Asyl.

Keine Parallelen zum Fall Skripal

Gluschkow soll die russische Opposition intensiv unterstützt haben. So soll er mit Boris Beresowski befreundet gewesen sein, ein russischer Oligarchen und Kritiker des Präsidenten Wladimir Putin.

Boris Beresowski
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Gluschkow soll eng mit dem Putin-Kritiker Beresowski befreundet gewesen sein.

Beresowski kam 2013 ums Leben - bis heute ist nicht geklärt, ob es ein Selbstmord oder ein Verbrechen war. Sein Tod soll nun neu untersucht werden, ebenso 13 weitere Todesfälle, in denen die Opfer zu Lebzeiten Verbindungen zu Russland gehalten hatten.

Die Ermittlungen rund um den mutmaßlichen Mord an Gluschkow hätten aber nichts mit dem Fall des russischen Ex-Spions Sergej Skripal zu tun, betonte die Polizei. Auf Skripal wurde vermutlich ein Attentat mit dem Nervengift Nowitschok verübt. Großbritannien vermutet Russland hinter dem Angriff.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 13. März 2018 um 22:00 Uhr.

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