Pjotr Wersilow, Mitglied der russischen Aktivistengruppe "Pussy Riot" (Archivbild vom 23.07.2018) | Bildquelle: dpa

Russische Aktivistengruppe "Pussy Riot"-Mitglied vergiftet?

Stand: 13.09.2018 19:09 Uhr

Ein männliches Mitglied von "Pussy Riot" liegt in Moskau im Krankenhaus. Die russische Aktivistengruppe glaubt, dass er vergiftet wurde. Die Umstände bleiben unklar.

Ein männliches Mitglied der russischen Aktivistengruppe "Pussy Riot" soll laut Medienberichten vergiftet worden sein. Er sei in ein Moskauer Krankenhaus gebracht worden, erklärte die Gruppe. auf Facebook. "Sein Leben ist in Gefahr. Wir glauben, er wurde vergiftet."

Pjotr Wersilow habe am Dienstag kaum noch sehen, sprechen oder sich bewegen können, sagte Veronika Nikulschina, Freundin des Mannes und ebenfalls Mitglied der Gruppe, dem Online-Nachrichtenportal "Meduza". Er habe auch das Bewusstsein verloren und im Rettungswagen Krämpfe bekommen. Wersilow hatte seine Freundin offenbar zu einem Gerichtstermin wegen eines Verkehrsvergehens begleitet.

Zustand soll ernst sein

Wersilow wurde zunächst in ein Krankenhaus im Nordosten Moskaus eingeliefert, im Laufe des Tages dann aber auf die Intensivstation des renommierten Sklifossowski-Instituts verlegt. Eine Mitarbeiterin des Instituts bestätigte am Telefon, dass sein Zustand ernst sei.

Vier Aktivisten von "Pussy Riot", unter ihnen Wersilow, waren im Juli während des Finalspiels der Fußball-WM in Moskau in Polizeiuniformen aufs Spielfeld gerannt. Sie kamen dafür für 15 Tage ins Gefängnis. Die Aktivistengruppe wollte damit nach eigenen Angaben gegen übermäßige Befugnisse der russischen Polizei und gegen Polizeigewalt protestieren.

Pjotr Wersilow | Bildquelle: AP
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Pjotr Wersilow wird beim WM-Endspiel vom Platz gebracht.

"Pussy Riot" ist bereits mehrfach mit spektakulären Aktionen gegen Justizwillkür und Korruption aufgefallen. Der möglicherweise vergiftete Wersilow ist mit der Aktivistin Nadeschda Tolokonnikowa verheiratet. Sie saß wegen des sogenannten "Punk-Gebets" in der Moskauer Erlöserkathedrale fast zwei Jahre im Gefängnis. Die beiden leben getrennt.

Mit Informationen von Oliver Soos, ARD-Studio Moskau

Pussy Riot Mitglied möglicherweise vergiftet
Oliver Soos, ARD Moskau
13.09.2018 10:33 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 13. September 2018 um 08:23 Uhr.

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