Ein Kind im Kajak paddelt auf der Straße. | EPA

Überschwemmungen in Australien Wasser, Schlamm und neue Flutwarnungen

Stand: 06.07.2022 08:46 Uhr

Heftige Regenfälle sorgen in New South Wales seit Tagen für heftige Überschwemmungen. Tausende weitere Menschen sind auf der Flucht: Für 85.000 Menschen gab es bislang Evakuierungsanordnungen und -warnungen.

Überschwemmungen an der Ostküste Australiens haben Tausende weitere Menschen in die Flucht getrieben. Die Behörden des Bundesstaates New South Wales gaben neue Flutwarnungen heraus, die Gebiete nördlich von Sydney betrafen. Auch in der Millionenmetropole selbst stellten Hochwasser führende Flüsse weiterhin eine Gefahr dar. "Dieses Ereignis ist noch lange nicht vorbei", hob der Premierminister von New South Wales, Dominic Perrottet, hervor.

Flucht vor den Wassermengen

Heftige Regenfälle verursachen in der Region seit dem Wochenende Überschwemmungen. Die Behörden haben bereits mehr als 100 Evakuierungsanordnungen veröffentlicht. Insgesamt 85.000 Menschen wurden aufgerufen, ihre Häuser wegen Flutgefahr sofort zu verlassen oder sich darauf vorzubereiten, ihr Heim ohne lange Vorwarnung verlassen zu müssen.

Am westlichen Stadtrand von Sydney traten Flüsse über ihre Ufer, große Landgebiete verwandelten sich in Seen. Schlammiges Wasser drang in Häuser ein, Straßen und Brücken waren nicht mehr befahrbar. Für 23 überflutete Gebiete in New South Wales rief die Bundesregierung den Katastrophenzustand aus, um Hilfszahlungen an die betroffenen Bewohner zu erleichtern.

Premierminister verspricht Hilfe

Premierminister Anthony Albanese reiste ins Hochwassergebiet und versprach den Menschen umgehende finanzielle Unterstützung. Bereits ab Donnerstag sollen betroffene Erwachsene 1000 australische Dollar (663 Euro) und Kinder 400 Dollar (265 Euro) als Soforthilfe bekommen. Für seine Regierung sind die Überschwemmungen die erste große Bewährungsprobe.

Albanese hatte im Wahlkampf versprochen, die Klimakrise anzugehen, unter der Australien ganz besonders leidet. Die konservative Vorgängerregierung von Kohle-Befürworter Scott Morrison stand wegen ihrer passiven Haltung immer wieder schwer in der Kritik. Im Parlament soll nun über langfristige Lösungen für die immer wieder von Fluten und Buschbränden betroffenen Regionen an der Ostküste beraten werden.

Mehrmals Überschwemmungen in den vergangenen Monaten

In den vergangenen 18 Monaten ereigneten sich an Australiens Ostküste wiederholt schwere Überschwemmungen. Klimawissenschaftlern zufolge werden solche Extremwetter-Ereignisse im Zuge der Erderwärmung zunehmen.

"Es ist herzzerreißend, dass dies für viele Menschen das dritte oder vierte Mal in 18 Monaten ist, dass ihr Leben durch eine Naturkatastrophe dieser Größenordnung beeinträchtigt wird", sagte Albanese. "In den vergangenen Jahren wurde unsere Belastbarkeit immer wieder auf die Probe gestellt." Es sei Zeit zu handeln.

Verantwortlich für die Regenmassen ist ein mächtiges Tiefdruckgebiet zwischen Australiens Ostküste und der Nordinsel Neuseelands, das feuchte Luft und schwere Wellen an die Küste von New South Wales treibt. Erst im März hatte es in Sydney und weiten Teilen von New South Wales und Queensland schlimme Überschwemmungen gegeben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Juli 2022 um 09:00 Uhr.