Menschen warten in einem Impfzentrum auf eine Corona-Impfung mit dem Präparat von AstraZeneca in Suva, Fidschi. | AFP

Corona-Pandemie Fidschi beurlaubt ungeimpfte Beamte

Stand: 16.08.2021 08:44 Uhr

Die Delta-Variante breitet sich auch in Fidschi rasant aus - jetzt macht die Regierung ernst: Wer im öffentlichen Dienst arbeitet und nicht geimpft ist, wird zunächst beurlaubt und kann am Ende seinen Job verlieren.

Von Lena Bodewein, ARD-Studio Singapur

Feldlazarette, überlastete Krankenhäuser, mehr als 40.000 Infektionen mit Covid 19: Die Delta-Variante hat dem Inselstaat zu schaffen gemacht. Ein Jahr lang waren die gut 900.000 Bewohner Fidschis ohne Ansteckungen durch die Pandemie gekommen, ihre Insellage und die sofortige Schließung der Grenzen hatten geholfen.

Lena Bodewein ARD-Studio Singapur

Nur für Yachten und Superyachten und, auch das, für einen Luxusurlaub auf Privatinseln im Paradies, konnten gesunde Reisende mit gesunden Finanzen eine Ausnahme bekommen. Naumoto, Laucala, Kokomo - private Inseln mit Luxusbungalows sind so weit weg von aller Gefahr, dass sich niemand anstecken könnte. So die Idee.

Doch Fidschi ist nicht nur im Tourismus, sondern auch in der Seefahrt aktiv - und ewig lässt sich ein aggressives Virus auch aus dem Paradies nicht aussperren.

Neue Regeln seit Sonntag

"Keine Impfung, keine Arbeit. Das ist jetzt Gesetz", so der Präsident des Landes, Frank Bainimarama. Gerade Angestellte des öffentlichen Dienstes dürften ihren Landsleuten nicht schaden, indem sie sie durch ein Virus gefährden.

Seit Sonntag gilt also: Wer im öffentlichen Dienst arbeitet und sich nicht durch ein Vakzin gegen das Virus schützt, wird zunächst in unbezahlten Urlaub geschickt. Und wer sich im November immer noch nicht hat impfen lassen, der wird rausgeschmissen.

Druck auch auf den privaten Sektor

Auch auf den privaten Sektor übt die Regierung Druck aus, es sei die Sorgfaltspflicht eines jeden Unternehmers, sich selbst und seine Angestellten impfen zu lassen. Sonst könne es dazu kommen, dass ihr Unternehmen schließen müsse.

Fidschi hatte im März eine erste Lieferung AstraZeneca-Impfstoff von der globalen Impfinitiative Covax bekommen, als erstes Land im Pazifik.

An alle Gegner der Impfkampagne und Verschwörungsanhänger gerichtet sagte der Präsident Fidschis:

Gott gab uns Hirn, damit wir es nutzen. Er hat die Wissenschaftler und Ärzte geleitet, die diese Vakzine entwickelten - und diese funktionieren, und sie sind sicher.

Wem Gottes Einfluss als Begründung nicht ausreicht, der wird also jetzt durch drohenden Jobverlust möglicherweise mehr motiviert, sich impfen zu lassen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. August 2021 um 14:48 Uhr.