Blick aus dem Flugzeug auf die Waldbrände in Fraser Island | QFES via REUTERS

UNESCO-Naturerbe in Australien Feuer zerstört halb Fraser Island

Stand: 03.12.2020 12:45 Uhr

Seit sechs Wochen frisst sich ein massives Buschfeuer durch die Natur der berühmten Touristeninsel Fraser Island in Australien. Die Hälfte der Insel soll bereits vernichtet sein.

Auf der berühmten Touristeninsel Fraser Island im australischen Bundesstaat Queensland kämpfen Einsatzkräfte gegen ein massives Buschfeuer. Der Brand schwelt bereits seit sechs Wochen und ist immer noch nicht unter Kontrolle, wie die Behörden mitteilten.

Die Hälfte der Insel, die seit 1992 zum Weltnaturerbe der UNESCO gehört, ist den Angaben zufolge bereits zerstört: 80.000 Hektar seien den Flammen schon zum Opfer gefallen.

"Schmerzhaft, es anzusehen"

In dieser Woche sei das Feuer wegen einer anhaltenden Hitzewelle an Australiens Ostküste noch einmal größer und stärker geworden. Touristen wurden angewiesen, nicht auf die Insel zu fahren. Fraser Island sei auf der ganzen Welt beliebt, "was es so schmerzhaft macht anzusehen, wie die Insel brennt", sagte Queenslands Ministerpräsidentin Annastacia Palaszczuk.

Mehr als 60 Feuer

Der Buschbrand soll durch ein illegales Lagerfeuer am 14. Oktober ausgelöst worden sein. Ausgerechnet die sintflutartigen Niederschläge dieses Jahres verschlimmern nun die Brandgefahr. Der Regen ließ das Gras üppig sprießen, die Hitze ließ es wieder vertrocknen. 

Mehr als 60 Feuer gibt es derzeit, Hunderte Feuerwehrleute sind im Einsatz, Löschflugzeuge laden Meerwasser über den Brandherden ab. Allein an einem Tag wurden 345.000 Liter Wasser abgeworfen, wie die örtliche Feuerwehr auf Twitter mitteilte.

Größte Sandinsel der Erde

Mit einer Länge von 122 Kilometern ist Fraser Island die größte Sandinsel der Erde. Es gibt zahlreiche Aussichtspunkte, Badestrände und Süßwasserseen, was die Insel vor allem bei Campern beliebt macht. Neben Buschland und Mangrovensümpfen wächst auf dem Sand auch ein tropischer Regenwald. Dieser ist den Behörden zufolge aber bisher nicht von dem Feuer betroffen.

Von August 2019 bis März 2020 hatten verheerende Buschbrände in sechs australischen Bundesstaaten und Territorien mehr als zwölf Millionen Hektar Land verwüstet. Mehr als 30 Menschen und unzählige Tiere kamen ums Leben.

Mit Informationen von Holger Senzel, ARD-Studio Singapur

Über dieses Thema berichtete mdr aktuell am 03. Dezember 2020 um 13:11 Uhr.