Computer erzeugte Darstellung des NASA-Weltraumteleskops Spitzer im Weltraum.

Nach 17 Jahren im All NASA-Teleskop "Spitzer" geht in Rente

Stand: 29.01.2020 10:51 Uhr

Das NASA-Teleskop "Spitzer" sollte eigentlich nur gut zwei Jahre im All bleiben - 17 sind es geworden. Zu seinen Entdeckungen gehörter ein gigantischer Staubring um den Saturn. Jetzt wird "Spitzer" abgeschaltet - ein Nachfolger wartet bereits.

Das NASA-Teleskop "Spitzer" wird nach fast 17 Jahren im All am Donnrstag endgültig abgeschaltet. Das Teleskop habe "mit Infrarot-Wellenlängen nie dagewesene Blicke ins Universum" ermöglicht, sagt NASA-Projektmanager Michael Werner.

Das nach dem Astrophysiker Lyman Spitzer benannte Teleskop startete am 25. August 2003 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral - als letztes der vier sogenannten "Great Observatories" (Großen Beobachtungsinstrumente) der NASA. Die "Spitzer"-Mission war ursprünglich auf 2,5 Jahre angelegt.

Bild vom NASA-Weltraumteleskop Spitzer, das die Spiralarme der Galaxie Messier 81 zeigt. | Bildquelle: NASA/JPL-CALTECH HANDOUT/EPA-EFE
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"Spitzer" lieferte spektkuläre Bilder: Hier die Spiralarme der Galaxie Messier 81. Sie befindet sich etwa 12 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt.

Die Vision: Vier Teleskope mit verschiedenen Technologien untersuchen den Weltraum auf verschiedene Weise und erstellen damit eine Art Panorama.

"Spitzer"-Mission immer wieder "kreativ" verlängert

"Spitzer" folgte in seiner Mission der Erde auf ihrem Weg um die Sonne. Allerdings fiel es aber mit der Zeit immer weiter zurück. Das sorgte für Probleme mit den solarbetriebenen Batterien. Auch das Helium, das die Instrumente des Teleskops gekühlt hat, ist schon lange ausgegangen.

"'Spitzer' ist weiter von der Erde weg, als wir je dachten, dass es sein würde, während es noch in Betrieb ist", hatte NASA-Manager Sean Carey zum 15. Jubiläum des Teleskops gesagt. Mit "kreativen und erfindungsreichen" Lösungen verlängerten NASA-Ingenieure die Lebenserwartung von "Spitzer" trotzdem noch ein bisschen weiter.

Vor rund anderthalb Jahren war die Mission eines weiteren bedeutenden Weltraumteleskops zu Ende gegangen: "Kepler" war der Sprit ausgegangen.

Weiterhin aktiv bleiben das 1990 gestartete "Hubble"-Teleskop und das 1999 gestartete "Chandra X-ray Observatory". Das 1991 gestartete "Compton Gamma Ray Observatory" funktionierte bis ins Jahr 2000.

Ein gigantischer Staubring um den Saturn

Tausende Wissenschaftler haben mit "Spitzer" deutlich mehr als 100.000 Stunden lang das All beobachtet, die Daten daraus sind in mehr als 8600 wissenschaftliche Aufsätze eingegangen, außerdem in zahlreiche Doktorarbeiten und Bücher.

Zu den bedeutendsten Entdeckungen gehören ein gigantischer Staubring um den Saturn und mehrere Exoplaneten. Die vom Teleskop gesammelten Daten werden archiviert und sind Forschern weiter zugänglich. Bei einer wissenschaftlichen Konferenz Mitte Februar in Kalifornien soll die Mission noch einmal gefeiert werden.

Ein Nachfolger steht schon in den Startlöchern

Und auch einen Nachfolger für "Spitzer" gibt es schon: "James Webb" - benannt nach dem zweiten NASA-Geschäftsführer. Das Teleskop hatte eigentlich schon 2018 loslegen sollen. Nun wird der Start für März 2021 angepeilt. Es soll 1,5 Millionen Kilometer weit ins All fliegen und unter anderem mit Hilfe eines 25 Quadratmeter großen Spiegels neue Bilder aus dem frühen Universum liefern.

NASA schaltet Infrarot Teleskop Spitzer ab
Arthur Landwehr, ARD Washington
29.01.2020 23:57 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 30. Januar 2020 um 06:13 Uhr.

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