Das Auto eines Hamas-Mitglied, der bei einem gezielten Angriff getötet wurde | Bildquelle: REUTERS

Angriffe und Gegenangriffe Gefährliche Eskalation am Gazastreifen

Stand: 05.05.2019 17:45 Uhr

Die Gewalt zwischen militanten Palästinensern und Israel schaukelt sich erneut gefährlich hoch. Die Zahl der Todesopfer steigt.

Von Tim Aßmann, ARD-Studio Tel Aviv

Nur wenige Stunden konnten die Menschen auf der israelischen Seite der Gaza-Grenze am Vormittag durchatmen - dann heulten die Luftschutzsirenen wieder. Ganze Salven von Raketen wurden am Nachmittag aus dem Gazastreifen abgefeuert - auch auf größere Städte wie Ashdod und Beersheba.

In Aschkelon, nur wenige Kilometer vom Gazastreifen entfernt, schlug eine Rakete auf einem Fabrikgelände ein. Zwei Arbeiter, die es nicht schnell genug in den Bunker geschafft hatten, starben. In der vergangenen Nacht war bereits ein Israeli tödlich verletzt worden, als eine Rakete sein Haus traf. In Ashkelon wurde auch ein Krankenhaus durch Raketensplitter beschädigt.

Gewalt im Nahost-Konflikt eskaliert erneut
tagesschau 20:00 Uhr, 05.05.2019, Susanne Glass, ARD Tel Aviv

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Vor allem in den Ortschaften nahe der rund 60 Kilometer langen Gaza-Grenze leben die Menschen in ständiger Angst und viele wünschen sich ein hartes Vorgehen der Regierung unter Führung von Benjamin Netanyahu gegen die Hamas und andere bewaffnete Gruppen im Gazastreifen. Dieser Bewohner des Kibbutz Nahal Oz, der direkt an der Grenze liegt, sagte im israelischen Armee-Radio.

"Ich habe eine Botschaft für Netanyahu: Im Wahlkampf überflutete er Facebook mit Nachrichten. Die meisten Menschen hier im Süden haben ihn gewählt und nun frage ich: Wo bleibt die Führung? Auch wenn er gerade keine Lösung für diesen Konflikt hat muss er sich wenigstens vor das Volk und die Kameras stellen und positive Nachrichten für seine Wähler haben."

Beerdigung eines bei Raketenangriffen getöteten Mannes in Ashkelon, Israel | Bildquelle: REUTERS
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Mindestens drei Israelis kamen durch den Raketenbeschuss ums Leben.

Stärkster Beschuss Israels seit Gaza-Krieg 2014

Hunderte Raketen wurden innerhalb von eineinhalb Tagen auf israelische Ortschaften abgefeuert. Es ist der stärkste Beschuss seit Ende des Gaza-Krieges 2014. Die israelische Armee reagierte mit Angriffen auf Ziele in dem Küstenstreifen. Unter anderem wurden nach Armeeangaben unterirdische Werkstätten für Raketen bombardiert. Militärsprecher Ronen Manelis:

"Wir zielen zum einen auf Infrastruktur für Anschläge, darunter war auch ein Angriffstunnel den die Hamas in israelisches Gebiet gegraben hatte und den wir seit Monaten im Blick hatten. Zum anderen haben wir mehrere Privathäuser angegriffen, in denen Waffen gelagert waren."

Hochrangiges Hamas-Mitglied getötet

Die israelische Luftwaffe bombardierte unter anderem ein Auto und tötete dabei ein hochrangiges Mitglied des militärischen Arms der Hamas. Die israelische Armee teilte mit, der Mann sei für die Finanzierung von Terroranschlägen verantwortlich und habe Geld aus dem Iran zu den bewaffneten Gruppen im Gazastreifen geschleust. 

Insgesamt starben bei den israelischen Angriffen mindestens zehn Palästinenser, darunter mehrere Mitglieder von Hamas und islamischem Dschihad. Israels Regierungschef Netanyahu kündigte eine Fortsetzung der Angriffe an.

"Heute morgen habe ich die Armee angewiesen mit massiven Schlägen gegen die Terroristen im Gazastreifen vorzugehen. Ich habe auch angeordnet, die Einheiten in der Region durch Panzer, Artillerie und Infanterie zu verstärken. Die Hamas ist für die eigenen Aktionen und für die des Islamischen Dschihad verantwortlich und wird einen sehr hohen Preis zahlen."

Ein Ende der Eskalation ist derzeit nicht in Sicht. Auch am späten Nachmittag wurde wieder Raketenalarm ausgelöst. Die Vereinten Nationen riefen beide Seiten zur Zurückhaltung auf. Die aktuelle Eskalation könnte auch Auswirkungen auf das Finale des Eurovision Song Contest haben, das am übernächsten Wochenende in Tel Aviv stattfinden soll.

Israel: Weitere Todesopfer durch Raketen aus Gazastreifen
Tim Aßmann, ARD Tel Aviv
05.05.2019 17:07 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Mai 2019 um 17:15 Uhr.

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