Blick von der Galapagos-Insel St. Cristobal auf die berühmte Felsennadel "Pinnacle Rock" | picture-alliance / dpa

Schiffsdiesel ausgetreten Galapagos-Regierung gibt Entwarnung

Stand: 23.12.2019 11:25 Uhr

Nach einem Schiffsunfall wurde das einzigartige Ökosystem der Galapagos-Inseln durch ausgetretenen Diesel bedroht. Nun gibt die Regierung Entwarnung: Dank Sofortmaßnahmen sei die Lage inzwischen "unter Kontrolle".

Das Ökosystem der Galapagos-Inseln gilt als einzigartig - und stark gefährdet. Umso besorgniserregender war daher die Nachricht, dass nach einem Schiffsunfall austretender Dieselkraftstoff das Weltnaturerbe bedrohte.

Der ecuadorianische Umweltminister Raúl Ledesma Huerta teilte mit, die Regierung habe Sofortmaßnahmen ergriffen, um das Umweltrisiko zu vermindern und das Problem einzudämmen. Inzwischen heißt es aus der Regierung, die Ausbreitung von Dieselkraftstoff sei "unter Kontrolle".

Schutzbarrieren errichtet

Der Galapagos-Nationalpark twitterte, auf dem Schiff seien ungefähr 2500 Liter Dieselkraftstoff gelagert gewesen. Es würden Schutzbarrieren errichtet und ölabsorbierende Mittel eingesetzt

Das Schiff war am Sonntag an einem kleinen Pier vor der Insel San Cristobal gesunken. Beim Verladen eines Containers, der auch einen Stromgenerator für die größte Insel Isabela enthielt, war ein Kran zusammengebrochen und auf das Schiff gestürzt. Die Besatzungsmitglieder konnten sich ins Meer retten. Ein Mensch wurde verletzt.

Lebensmittelversorgung nicht gefährdet

Galapagos-Minister Norman Wray sagte Reportern, der Generator sowie das Lastschiff sollten "so bald wie möglich" ersetzt werden. Die Lebensmittelversorgung auf den Inseln sei trotz des Unglücks nicht gefährdet, so Wray.

Das gleiche Schiff, das für den Transport von Treibstoff und Baumaterialien auf die Galapagos-Inseln verwendet wird, war im Februar 2018 aufgrund ungleich verlagerter Gewichte in einem Hafen am Guayas-Fluss gesunken. 

Inseln gehören zu UNESCO-Weltnaturerbe

Die Galapagos-Inseln zählen wegen ihrer besonderen Flora und Fauna seit 1978 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Das Archipel mit seinen rund 130 Inseln gehört politisch zum etwa 1000 Kilometer entfernten Ecuador. Zu den nur dort vorkommenden Arten zählen auch Meerechsen, Landleguane und Galapagosfinken.

1835 besuchte Charles Darwin die Inseln. Seine Theorie von der Entstehung der Arten erhielt dort viele Denkanstöße.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 23. Dezember 2019 um 11:45 Uhr.