Der Fußballspieler Hakim Al-Araibi aus Bahrain kommt am Melbourne International Airport an | Bildquelle: REUTERS

Nach Festnahme in Thailand Fußballer aus Bahrain zurück in Australien

Stand: 12.02.2019 08:27 Uhr

Nach zweieinhalb Monaten in thailändischer Haft ist der Fußballer Al-Araibi aus Bahrain wieder in Australien angekommen. Unterstützer, Freunde und Familie begrüßten den 25-Jährigen am Flughafen von Melbourne.

Der aus Bahrain geflüchtete Fußballspieler Hakim Al-Araibi aus Bahrain ist nach zweieinhalb Monaten Haft in Thailand wieder zurück in Australien. Der 25-Jährige landete nach seiner Freilassung mit einer Maschine aus Bangkok auf dem Flughafen von Melbourne. Dort wurde er von Familie und Freunden begrüßt.

"Ich will Australien danken", sagte Al-Araibi. "Australien ist mein Land. Ich werde in Australien sterben und ich liebe Australien." Unterstützer sangen die Fußball-Hymne "You'll Never Walk Alone".

Der Fußballspieler Hakim Al-Araibi aus Bahrain kommt am Melbourne International Airport an | Bildquelle: dpa
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Jubelnde Fans begrüßten Al-Araibi am Flughafen von Melbourne.

Festnahme am Flughafen

Der Fall des eigentlich ziemlich unbekannten Profis hatte international Schlagzeilen gemacht. Al-Araibi war 2014 aus Bahrain nach Australien geflohen. Er sei in seiner Heimat verfolgt und mehrere Monate lang in Untersuchungshaft gefoltert worden, sagt er. Nach Thailand war er gekommen, um seine Flitterwochen dort zu verbringen.

Auf Bitten Bahrains wurde er Ende November jedoch gleich bei der Ankunft an Bangkoks Flughafen festgenommen. Das autoritär regierte Königreich im Persischen Golf wirft ihm vor, sich während des Arabischen Frühlings 2011 an Ausschreitungen beteiligt zu haben.

In Abwesenheit wurde er deshalb zu zehn Jahren Haft verurteilt. Al-Araibi bestreitet die Vorwürfe und nannte die Ermittlungen gegen ihn politisch motiviert. Zur vermeintlichen Tatzeit stand er nach eigener Auskunft bei einem Fußballspiel, das live im Fernsehen übertragen wurde, auf dem Platz.

4. Februar 2019: Al-Araibi nach einem Gerichtstermin | Bildquelle: REUTERS
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4. Februar 2019: Al-Araibi nach einem Gerichtstermin

Internationale Solidarität

Der Fall hat auch international Schlagzeilen gemacht. Der Weltverband FIFA und das Internationale Olympische Komitee forderten seine Freilassung. Auch mehrere ehemalige und heutige Fußballprofis wie Gary Lineker oder Italiens Nationalmannschafts-Kapitän Giorgio Chiellini setzten sich für ihn ein.

Am Montag kündigte die thailändische Staatsanwaltschaft überraschend an, Bahrain wolle den Auslieferungsantrag zurückziehen. "Wenn sie ihn nicht wollen, haben wir keinen Grund mehr, ihn hier zu behalten", sagte ein Behördenvertreter.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Februar 2019 um 08:00 Uhr.

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