Ein VW-Mitarbeiter mit einem Mundschutz arbeitet im Werk in Wolfsburg. | Bildquelle: dpa

Werk in Wolfsburg VW fährt wieder runter

Stand: 13.05.2020 11:11 Uhr

Wegen der Absatzflaute durch die Corona-Krise muss Volkswagen die Arbeit in Wolfsburg schon wieder drosseln. Dabei hatte der Autobauer die Bänder nach knapp sechswöchiger Zwangspause erst kürzlich wieder angefahren.

Volkswagen fährt die Bänder wegen des Corona-bedingten Absatzeinbruchs gut zwei Wochen nach dem Wiederanlauf teilweise wieder herunter. Im Stammwerk in Wolfsburg soll an insgesamt vier Tagen im Mai nicht produziert werden, wie der VW-Personalmanager Arne Meiswinkel in einem im Intranet des Autobauers veröffentlichten Interview sagte. Für den 15., 20., 25. und 29. Mai seien sogenannte Schließtage vereinbart worden.

Mehr Kurzarbeit

Betroffen ist Insidern zufolge die Produktion der SUV-Modelle VW Tiguan und Seat Tarraco sowie des Kompaktvan Touran. An diesen Tagen fällt außerdem in der Montage des neuen Golf 8 eine Schicht weg. "So passend und flexibel organisieren wir auch die Fahrweisen in den übrigen Werken der Volkswagen AG", sagte Meiswinkel. Der Wiederanlauf habe zwar "hervorragend geklappt. Aber: Je nach Fahrzeugbestellungen der Kunden müssen wir flexibel weiter auf Sicht fahren", so Meiswinkel.

Zudem soll die Möglichkeit von Kurzarbeit mindestens auf den Zeitraum vom 18. bis 31. Mai erweitert werden. Angemeldet habe man die Option bei der Arbeitsagentur bis Ende Juni. In Deutschland waren rund 45.000 der anfangs 80.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit wieder an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt.

Zwei Drittel weniger Fahrzeuge verkauft

VW hatte die Bänder in seinem größten europäischen Werk in Wolfsburg nach knapp sechswöchiger Zwangspause am 27. April unter strengen Hygienevorschriften angefahren. Die übrigen Werke in Deutschland sowie in Portugal, Spanien, Russland, Südafrika und Südamerika folgten sukzessive.

Aufgrund des Corona-Lockdowns hatte VW im April in Deutschland zwei Drittel weniger Fahrzeuge verkauft. Der Heimatmarkt hielt sich verglichen mit anderen europäischen Ländern noch einigermaßen gut. Europaweit fielen die Auslieferungen um mehr als 83 Prozent. In den am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern Großbritannien, Italien, Spanien und Frankreich wurden fast gar keine Autos verkauft.

Volkswagen legt Absatzprogramm auf

Im Mai kommt der Autohandel nur langsam in Gang. Das Kfz-Gewerbe berichtet, die Geschäfte liefen äußerst schleppend. Um den Vertrieb anzukurbeln, legt VW ein Absatzprogramm auf, das günstige Leasing- und Finanzierungskonditionen beim Kauf eines Neu- oder Gebrauchtwagens sowie eine Versicherung zum Schutz der Ratenzahlungen bei Arbeitslosigkeit bietet.

Zudem forderte das Management um VW-Chef Diess ein breit angelegtes Konjunkturpaket für die Branche. Bis Anfang Juni will die Bundesregierung darüber entscheiden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 13. Mai 2020 um 00:00 Uhr.

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