VW-Chef Müller | Bildquelle: AFP

Folgen des Abgasskandals VW-Chef Müller stellt Diesel-Technik infrage

Stand: 21.06.2016 09:53 Uhr

Lange Zeit waren Dieselmotoren eine der zentralen Säulen bei Volkswagen - bis zum Skandal um falsche Abgaswerte. Einen Tag vor der Hauptversammlung stellt Konzernchef Müller die Weiterentwicklung der Diesel-Technologie infrage.

VW-Chef Matthias Müller rückt nach dem Abgas-Skandal von der Diesel-Technik ab. "Es wird sich die Frage stellen, ob wir ab einem gewissen Zeitpunkt noch viel Geld für die Weiterentwicklung des Diesels in die Hand nehmen sollen", sagte Müller dem "Handelsblatt" kurz vor der Hauptversammlung des Konzerns, die an diesem Mittwoch stattfindet.

VW hatte bei Millionen von Dieselfahrzeugen mit einer Software Abgastests manipuliert. In den USA hat VW alle Dieselmodelle vom Markt genommen. Ob Volkswagen jemals wieder Dieselmotoren in Amerika anbieten wird, bleibt unklar. "Das ist derzeit schwierig zu beantworten", sagte Müller. Die Abgasreinigung beim Diesel werde "enorm aufwendig und teuer". Gleichzeitig werde die Elektromobilität preiswerter. Die Steuervorteile des Diesels sind in Deutschland auf Dauer ebenfalls nicht gesichert. "Im Dialog mit der Politik müssen wir sehen, wie das alles weitergeht", sagte der Volkswagen-Chef.

"Energiewende" bei Volkswagen

Müller hatte in der vergangenen Woche eine neue Konzernstrategie vorgestellt und einen massiven Umbau des Autobauers angekündigt. Volkswagen will künftig die Elektromobilität massiv ausbauen. Bisher hat VW aber immer noch einen hohen Anteil von Dieselmotoren bei seinen Fahrzeugen.

Der Diesel sei bei Kunden in Deutschland und in Europa unverändert sehr beliebt, sagte Müller. In Deutschland liegt der Diesel-Anteil bei den Pkw-Neuzulassungen aktuell bei 46 Prozent. Auf die Frage, ob der Abschied vom Verbrennungsmotor an die Energiewende bei E.ON und RWE erinnere - mit dem Aus für die Nukleartechnik und der Schrumpfung bei Gas und Kohle - sagte Müller: "Ein durchaus passender Vergleich."

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 21. Juni 2016 um 09:38 Uhr.

Darstellung: