Ein Volocopter fliegt in Singapur | dpa

Deutsches Flugtaxi Volocopter beschafft sich mehr Geld

Stand: 03.03.2021 14:31 Uhr

Mit VoloCity will das badische Unternehmen Volocopter in das Geschäft mit elektrischen Flugtaxis für Städte einsteigen. Dazu hat das Unternehmen nun weitere 200 Millionen Euro eingesammelt.

Das deutsche Flugtaxi-Startup Volocopter aus Bruchsal bei Karlsruhe hat bei Investoren aus aller Welt erneut frisches Kapital eingesammelt, diesmal 200 Millionen Euro. Mit dem Geld soll die Zulassung des VoloCity, dem elektrischen Flugtaxi für große Städte, beschleunigt werden, kündigte das Unternehmen an. "Durch unsere Partnerschaften können wir auf die notwendige Expertise zurückgreifen, um in den nächsten Jahren die ersten Strecken zu eröffnen", sagte Firmenchef Florian Reuter.

Bisher war Volocopter mit insgesamt 122 Millionen Euro finanziert. Alle bestehenden Investoren, darunter die Logistiktochter der Deutschen Bahn, DB Schenker, Intel, Daimler und Geely, beteiligten sich an der neuen Finanzierungsrunde. Neu an Bord sind Continental AG, der Vermögensverwalter BlackRock, Avala Capital, Atlantia, NTT und Tokyo Century. "Unsere Gesellschafterstruktur bleibt mit einer weltweiten Mischung aus strategischen und Finanzinvestoren ausgewogen und damit ein Abbild unserer globalen Ambitionen", sagte Finanzchef Rene Griemens.

Erste Flugtaxistrecken in zwei Jahren

Volocopter rechnet mit der Eröffnung der ersten kommerziellen Flugtaxistrecken innerhalb der nächsten zwei Jahre. "Kein anderes elektrisches Flugtaxi-Unternehmen hat so viele Flüge in Städten auf der ganzen Welt mit behördlicher Zulassung durchgeführt wie Volocopter", betont Firmenchef Reuter.

In den letzten Jahren habe Volocopter seine Technologie und Fortschritte immer wieder durch öffentliche Flüge in Helsinki, Stuttgart und über Singapurs Marina Bay unter Beweis gestellt. Das Unternehmen hat bereits angekündigt, Flugtaxidienste in Singapur und Paris anzubieten. Des Weiteren plant Volocopter auch Routen in den USA, Asien und Europa. Das Flugtaxi kann nicht nur Menschen an ihr Ziel fliegen, sondern als VoloDrone auch Güter in Ballungszentren und Megastädten transportieren.

Riesiger Markt

Inzwischen liefern sich Firmen rund um den Globus ein kostspieliges Rennen um das erste kommerzielle Flugtaxi-Angebot. Dabei wetteifern neben Volocopter, Joby oder Lilium auch bekannte Namen wie Airbus oder Volkswagen miteinander.

Auch die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA hält den Einsatz von Drohnen und Flugtaxis bis Mitte des Jahrzehnts für realistisch. Das Potenzial schätzen die Analysten von Morgan Stanley als riesig ein. Demnach könnte der Markt für elektronische Flugtaxis, die Waren ausliefern und Passagiere transportieren, 2040 mehr als 1,5 Billionen Dollar wert sein.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. September 2019 um 16:41 Uhr.