Dampf steigt aus dem Braunkohlekraftwerk Niederaußem des Energieversorgungskonzerns RWE auf. (Archivbild: 18.11.2020) | dpa

Energiemix in Deutschland Deutlich mehr Strom aus Kohlekraftwerken

Stand: 07.09.2022 09:29 Uhr

Die Folgen der Energiekrise zeigen sich deutlich im deutschen Strommix. Im ersten Halbjahr kam fast die Hälfte des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien. Aber auch der Anteil der Kohlekraftwerke legte deutlich zu.

In der ersten Hälfte des Jahres 2022 ist der Anteil des von Kohlekraftwerken erzeugten Stroms in Deutschland auf fast ein Drittel gestiegen. Der Anteil des fossilen Energieträgers kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,3 Prozentpunkte auf 31,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt berichtete.

Anteil der Erneuerbaren bei 48,5 Prozent

Auch Windkraft und Photovoltaik legten deutlich zu, so dass sämtliche erneuerbaren Energieträger zusammen auf einen Anteil von 48,5 Prozent an der Stromerzeugung kamen. In der ersten Jahreshälfte 2021 hatte dieser Anteile bei 43,8 Prozent gelegen. Die Verstromung von Gas war dagegen rückläufig. Der Anteil von Gaskraftwerken am Strommix ging um 2,7 Prozentpunkte auf einen Anteil von 11,7 Prozent zurück.

Wegen der Abschaltung dreier Atomkraftwerke betrug der Produktionsanteil der Kernenergie nur noch 6,0 Prozent nach 12,4 Prozent ein Jahr zuvor.

Insgesamt stieg die im ersten Halbjahr im Inland produzierte und ins Netz eingespeiste Strommenge um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf insgesamt 263,2 Milliarden Kilowattstunden.

Exportüberschuss gegenüber Frankreich

Zwischen Januar und Juni wurde erneut deutlich mehr Strom exportiert als importiert. Erstmals seit Beginn der Statistik im Jahr 1990 führte Deutschland mehr Strom nach Frankreich aus als in umgekehrter Richtung importiert wurde. Dies ist eine Folge der aktuellen Probleme in vielen französischen Atomkraftwerken.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 05. September 2022 um 21:05 Uhr.