SpaceX Starlink Satellit

Pläne von US-Unternehmen Weltraum-Tankstelle für Satelliten

Stand: 07.09.2021 15:57 Uhr

Aus vielen Satelliten wird Weltraumschrott - nicht weil sie defekt sind, sondern weil sie keinen Treibstoff mehr haben. US-Unternehmen wollen Abhilfe nun schaffen - in Form einer Tankstelle im All.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Die erste Tankstelle im All soll schon Ende 2022 öffnen. Die beiden Washingtoner Rüstungsunternehmen Northrop Grumman und Lockheed Martin investieren gemeinsam in ein kalifornisches Start-up, wie das "Wallstreet Journal" exklusiv berichtet. Es geht um Tausende Satelliten, die nach ein paar Jahren zu Weltraumschrott werden, weil sie keinen Treibstoff mehr haben, um sie zu steuern.

Arthur Landwehr ARD-Studio Washington

Die Technik gibt es bereits

Die beiden Unternehmen gehören zur Führungsriege in der Weltraumtechnologie. Beide haben Raumfahrzeuge entwickelt, mit denen man Satelliten ansteuern kann: entweder, um sie neu zu platzieren, oder, um sie mit Robotern zu reparieren. Nachtanken wäre ein nützlicher Service, mit dem die Lebensdauer von Satelliten drastisch verlängert werden könnte.

Orbit-Fab aus San Francisco bietet nun als erstes ein Ventil, mit dem Treibstoff im All von einem Tankschiff in einen Satelliten gepumpt werden kann. Tests im Weltraum sind im Juni allem Anschein nach so gut verlaufen, dass man schon im nächsten Jahr zwei Treibstoffshuttles auf die Reise schicken kann.

Ein Schritt zur "lebendigen Weltraumindustrie"

"Wenn wir eine lebendige Weltraumindustrie wollen, müssen wir Energie dorthin bringen können", sagt Orbit-Fabs-Chef Jeremy Schiel. Und bei Lockheed Martin hat man schon jetzt genügend Kunden, die genau das wollen: ihre teuren Investitionen im All länger nutzen zu können.

Über dieses Thema berichtete SWR 2 Wissen am 16. März 2021 um 08:30 Uhr.