Ladestation für elektrische Volkswagenmodelle auf der IAA | REUTERS

IAA Mobility beginnt Im Zeichen der E-Mobilität

Stand: 07.09.2021 16:57 Uhr

Die Autobranche tankt in Zukunft Strom. Das scheinen auch die großen Hersteller auf der IAA Mobility verstanden zu haben. Doch nicht alle kaufen der Branche den Sinneswandel ab.

Von Lukas Graw und Gabriel Wirth, br

Das dürfte den Veranstaltern der IAA Mobility gefallen haben: Bei der Vorstellung des neuen elektrischen Renault Megane fand Konzernchef Luca de Meo lobende Worte. Es sei immer ein gutes Gefühl, mit Menschen persönlich zusammen zu treffen, gerade in Covid-Zeiten. Darum wolle er den Mut der Organisatoren besonders unterstreichen, die Messe beibehalten zu haben. Gerade für eine Automobil-Nation wie Deutschland sei das wichtig.

Eröffnung mit Bundeskanzlerin Merkel

Wie bei den früheren internationalen Automobilausstellungen in Frankfurt eröffnet Bundeskanzlerin Angela Merkel auch in diesem Jahr die IAA Mobility in München. Auf die scheidende Bundeskanzlerin kann sich die Industrie eben verlassen. Daimlerchef Ola Källenius jedenfalls ist mit ihrer Arbeit zufrieden, wie er sagt, und er hat bereits klare Vorstellungen an die künftige Bundesregierung: Sie müsse ambitionierte Klimapolitik mit starker Wirtschafts- und Industriepolitik verbinden. Die Branche investiere schließlich Milliarden in neue Technologien, so Källenius, das könne in Zukunft nur weitergehen, wenn Unternehmen stark und rentabel blieben.

Einige Hersteller sind nicht dabei

Ob allerdings die IAA an frühere Erfolge anknüpfen kann und wieder zu einer weltweit führenden Messe wird, ist für viele Beobachter nach wie vor völlig offen. Im Gegensatz zu früher, sind die Stände der Autohersteller in den Messehallen deutlich kleiner. Auch fehlen einige große Konzerne, allen voran Toyota und Stellantis, zu dem die Marken Opel und Fiat gehören.

Aufgrund der nach wie vor geltenden Reisebeschränkungen in vielen Ländern werden auch weniger Gäste aus dem Ausland erwartet. Dafür hat sich die frühere Autoshow zu einer Mobilitätsmesse gewandelt, auf der auch zahlreiche Fahrradhersteller ihre Produkte zeigen. Für den Autoexperten Stefan Bratzel ein guter Ansatz: "Es ist ein richtiger Versuch, dass man das Auto als Teil eines Mobilitätssystems positioniert."

Große Proteste und kleine Störaktionen geplant

Gegner der Autohersteller scheint das neue Konzept dagegen nicht zu überzeugen. Wie bereits bei der letzten IAA in Frankfurt 2019 wird auch bei der Automobilausstellung in München mit zahlreichen Protesten und Aktionen gerechnet. Ihr Widerstand könnte in diesem Jahr sogar noch massiver ausfallen. So bietet die IAA Mobility viel mehr Möglichkeiten für Protestaktionen, da sie nicht nur in den Messehallen stattfindet, sondern an vielen Plätzen der Stadt.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 07. September 2021 um 08:08 Uhr.