Batterie eines Elektroautos | picture alliance / dpa

Immer mehr Elektroautos Boom für Batteriehersteller

Stand: 17.06.2021 10:13 Uhr

Die wachsende Zahl von E-Autos auf den Straßen lässt den Batteriemarkt stark wachsen. Vor allem ein EU-Land kann gegenüber der asiatischen Konkurrenz deutlich aufholen.

Von Oliver Feldforth, HR

Jahrelang wurde er herbeigeredet, jetzt scheint der Boom bei der Elektromobilität wirklich da zu sein. So erfreuen sich Elektroautos bei einem führenden Frankfurter Autohaus großer Beliebtheit. Was ihm geliefert würde, könne er auch mühelos verkaufen, sagt ein Verkäufer.

Oliver Feldforth

Die Elektroautos haben mit dazu beigetragen, dass die Corona-Pandemie dem Batteriemarkt in Deutschland nichts anhaben konnte. Im vergangenen Jahr gab es ein Plus von 35 Prozent. "Vor allem das Volumen des Marktes für Lithium-Ionen-Batterien hat enorm zugelegt", sagt Christian Eckert vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie ZVEI. Insgesamt wuchs dieses Segment um 63 Prozent. Und das liegt vor allem an der Elektromobilität.

Recycling-Quote soll steigen

Eine Batterie ist nur so grün wie das Material und der Strom, mit dem sie hergestellt wird. Auch das Elektroauto ist nur so grün wie der Strom, mit dem es betankt wird. Beim Batterierecycling sei die deutsche Industrie auf einem guten Weg, so Christian Rosenkranz, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Batterien. Bei den klassischen Batterien sei die Recycling-Quote bei 80 bis 90 Prozent, bei den immer stärker nachgefragten Lithium-Ionen-Batterien hingegen sehe es schlechter aus. Da will die Industrie in vier Jahren eine Quote von 65 Prozent erreichen.

Umweltschützer sehen da Handlungsbedarf. "Wir müssen nicht nur in Deutschland hohe soziale und ökologische Standards für die Produktion von Batterien festlegen", sagt Benjamin Stephan von Greenpeace. "Da sind die Autohersteller in der Verantwortung, aber die Politik muss für alle Unternehmen klare Regeln setzen."

Polen in Europa führend

Deutschland importiert Batterien. Dabei haben die Hersteller aus Europa im vergangenen Jahr die asiatische Konkurrenz erstmals überholt. In Europa sei Polen bei den Produzenten führend, in Asien sei es China, so Christian Eckert vom ZVEI.

Und die Elektromobilität wird weiterwachsen. Das sieht auch Volkswagen so. Der Autobauer plant in den nächsten Jahren sechs eigene Batteriezellwerke aufzubauen. Nach Ralf Brandstätter, Chef der Marke Volkswagen, sollen bis 2030 mindestens 70 Prozent aller neuen Volkswagen in Europa Elektrofahrzeuge sein, in Nordamerika und China mehr als die Hälfte.

Feststoffbatterie als Technik der Zukunft

Die Entscheidung, welcher Antrieb für Autos nach dem klassischen Verbrenner kommt, scheint erstmal entschieden. "Der batterieelektrische Antrieb ist am effizientesten und deutlich sparsamer als Brennstoffzelle und Verbrenner", so Benjamin Stephan von Greenpeace. "Mit der gleichen Menge erneuerbarem Strom kommt ein Auto mit Brennstoffzelle nur halb so weit wie ein batterieelektrisches."

Bei den Autobatterien soll die Feststoffbatterie die Lithium-Ionen-Technologie ablösen. Sie kommt ohne Kobalt aus, das unter fragwürdigen Umständen vor allem in Afrika gewonnen wird.

Die Elektromobilität ist für Umweltschützer nur ein Teil der notwendigen Verkehrswende. Und so fordert Greenpeace auch eine Mobilitätswende hin zu einem intelligenten Verkehrssystem, in dem das Fahrrad, der Bus und die Bahn eine größere Rolle spielen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. März 2021 um 15:00 Uhr.