Karstadt- und Kaufhof-Filiale in Trier | Bildquelle: picture alliance / dpa

Kaufhof und Karstadt Gerät die Fusion ins Wanken?

Stand: 27.08.2018 11:28 Uhr

Der kanadische Mutterkonzern von Kaufhof gerät finanziell unter Druck: Ein Bankenkonsortium droht, Kreditlasten in Milliardenhöhe einzufordern. Das könnte auch die geplante Fusion mit Karstadt verzögern.

Noch Anfang Juli schien die geplante Fusion von Karstadt und Kaufhof so gut wie in trockenen Tüchern zu sein. Die beiden Eigentümer der Warenhausketten hätten sich auf die wichtigen Kernpunkte geeinigt, berichtete damals die "Wirtschaftswoche". Doch nun könnte sich der Zusammenschluss verzögern, denn der kanadische Kaufhof-Mutterkonzern Hudsons's Bay Company (HBC) gerät finanziell erneut unter Druck.

HBC soll Verpflichtungen aus Kredit erfüllen

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" fordert ein Bankenkonsortium unter Führung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) von HBC, die Bedingungen eines Kredits zu erfüllen - und zwar bis Ende September. Andernfalls könnte das Konsortium Zahlungsforderungen über rund 1,3 Milliarden Euro stellen.

Der Kölner Sitz des Kaufhof-Mutterkonzerns HBC. | Bildquelle: dpa
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Ein Kredit bei einem Bankenkonsortium bringt den Kaufhof- Mutterkonzern HBC in Bedrängnis.

Mit dem Kredit hatte HBC vor knapp drei Jahren den Kauf von 41 Kaufhof-Immobilien finanziert. Diese sollen auch in die Fusion zur künftigen "Europäischen Warenhaus AG" eingebracht werden. Der kanadische Konzern wollte die Verhandlungen über den Zusammenschluss laut "SZ" eigentlich bis Ende des Monats abschließen. Doch solange die neuen Zahlungsforderungen im Raum stehen, liegt die Fusion erst einmal auf Eis, schätzen Insider.

Durch Fusion sollen nur wenige Jobs wegfallen

Kaufhof betreibt in Deutschland 96 Filialen, zu Karstadt unter dem österreichischen Eigentümer René Benko zählen 82 Warenhäuser. Beide Ketten beschäftigen bundesweit rund 37.000 Mitarbeiter. Nach bisher bekanntem Verhandlungsstand sollen nur wenige Filialen im Rahmen der Fusion geschlossen und der Großteil der Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Bei der Fusion soll aus Kaufhof, Karstadt und Karstadt Sport ein Joint Venture entstehen, an dem Benkos Firma Signa etwas mehr als die Hälfte der Anteile halten soll. Signa soll zudem das operative Geschäft übernehmen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk in den NAchrichten am 27. August 2018 um 04:00 Uhr.

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