Buchstaben und Zahlen leuchten auf einem Bildschirm auf dem ein Hackerwerkzeug läuft. | Bildquelle: dpa

Wirtschaftskriminalität Hacker-Angriffe auf jede dritte Firma

Stand: 17.08.2020 11:58 Uhr

Phishing-Mails, Trojaner, Viren - in den vergangenen Jahren sind Cyber-Attacken auf Deutsche Firmen gestiegen. Auch Mittelständler sind betroffen. Oft sitzen Komplizen der Kriminellen in der Belegschaft.

Immer mehr Unternehmen in Deutschland werden laut einer Studie Opfer von Wirtschaftskriminalität. Im Zuge der Digitalisierung sehen die meisten Firmen Missbrauch oder Diebstahl von Daten als größtes Risiko, wie aus der Erhebung der Wirtschaftsprüfer KPMG hervorgeht.

In den vergangenen zwei Jahren habe es im Schnitt 30 Prozent der Unternehmen getroffen - größere Firmen fast doppelt so häufig wie kleinere Betriebe. Mittlere und kleinere Unternehmen sollten jedoch nicht dem Trugschluss unterliegen, sie seien weniger gefährdet, erklärte KPMG-Expertin Barbara Scheben. "Hier gibt es möglicherweise ein größeres Dunkelfeld, das nicht unterschätzt werden darf."

Mangelnde Kontrollen spielen Tätern in die Hände

Die Beteiligung externer Täter lag laut aktueller Studie bei 47 Prozent. In einem von zehn Fällen steckten externe und interne Täter unter einer Decke.

KPMG zufolge sehen die Unternehmen Unachtsamkeit oder Nachlässigkeit mit 51 Prozent als den größten Faktor hinsichtlich wirtschaftskrimineller Vorfälle an. Ähnlich relevant seien fehlende oder mangelhafte Kontrollen (50 Prozent) sowie ein mangelndes Unrechtsbewusstsein (49 Prozent).

"Oft werden Angriffe nur zufällig entdeckt"

"Die Gefahr droht auch von innen", betonte Scheben. Darum sei es wichtig, durch gezielte, vorbeugende Maßnahmen wie Schulungen zur Sensibilisierung oder die klare Definition von Verhaltensgrundsätzen die Risiken zu minimieren.

Rund 55 Prozent der Vorfälle werden durch offene Hinweise Unternehmensangehöriger entdeckt. Etwa 51 Prozent der Befragten gaben an, "dass eine Tat nur durch 'Kommissar Zufall' ans Licht gekommen sei". Fliegt ein Vorfall auf, greift etwa jedes zweite Unternehmen zur Aufklärung oder Verfolgung von Tätern auf externe Experten zurück.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. August 2020 um 14:00 Uhr.

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