Historische Aktie der Siegener Aktien-Gesellschaft für Eisenkonstruktion, Brückenbau und Verzinkerei, der Vorgänger-Gesellschaft der heutigen Coatinc Company | picture alliance/dpa

Rückgang nach Corona-Boom Weniger Aktionäre in Deutschland

Stand: 19.01.2022 11:23 Uhr

Nach dem deutlichen Anstieg zu Beginn der Pandemie ist Zahl der Aktionäre in Deutschland 2021 wieder gesunken. Neueinsteiger zögerten mit Investitionen und Anleger nahmen nach Kurssteigerungen Gewinne mit.

In Deutschland ist die Zahl privater Anleger wieder gesunken. Knapp 12,07 Millionen Menschen hatten hierzulande im Jahresdurchschnitt 2021 Aktien, Aktienfonds und/oder börsengehandelte Indexfonds (ETFs) im Depot, wie das Deutsche Aktieninstitut (DAI) ermittelt hat. Demnach seien 17,1 Prozent der Bevölkerung am Aktienmarkt engagiert, das ist etwa jeder Sechste ab 14 Jahren.

Damit sank die Zahl der Aktionäre nach dem Boom von 2020 um rund 280.000. 2020 hatte das DAI noch 12,35 Millionen Anleger ermittelt - das war der höchste Stand seit fast 20 Jahren.

Allerdings dürfte damals auch eine neue Datengrundlage zu dem sprunghaften Anstieg beigetragen haben, denn seit 2020 werden in der DAI-Statistik auch ausländische Aktionäre mit Wohnsitz in Deutschland erfasst. "Nach dem starken Anstieg im Jahr 2020 haben sich die Aktionärszahlen auf hohem Niveau stabilisiert", sagte die Chefin des Aktieninstituts, Christine Bortenlänger.

"Gutes Jahr für die deutsche Aktienkultur"

Trotz der leichten Rückgänge in diesem Jahr sei es ein Gutes für die deutsche Aktienkultur gewesen, bilanzierte Bortenlänger. Die gesunkenen Zahlen erklärt sie vor allem damit, dass einige Anleger nach Kurssteigerungen Gewinne mitnahmen und nicht direkt reinvestierten. Neueinsteiger hätten zudem womöglich gezögert, weil sie glaubten, den "richtigen" Einstiegszeitpunkt verpasst zu haben.

Für Vermögensaufbau und Altersvorsorge seien Aktienanlagen gerade angesichts derzeit niedriger Sparzinsen unverzichtbar, argumentiert das Aktieninstitut. "Damit noch mehr Menschen davon profitieren, muss die neue Bundesregierung die Rahmenbedingungen für die Aktienanlage weiter verbessern", forderte Bortenlänger. "Veräußerungsgewinne bei Aktien sollten nach dem Ablauf einer Haltefrist steuerfrei gestellt und Aktien zu einem festen Baustein der Altersvorsorge gemacht werden."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 19. Januar 2022 um 09:05 Uhr.