Stapel von Münzen liegen auf Euro-Geldscheinen | dpa

Studie der DZ Bank Trotz Corona kaum weniger Dividenden

Stand: 08.02.2021 16:00 Uhr

Viele Anleger betrachten Dividendenzahlungen als die neuen "Zinsen". Davon werden die Unternehmen auch in diesem Jahr reichlich ausschütten - trotz Corona. Die DZ Bank spricht von 40 Milliarden Euro.

Die Unternehmen in Deutschland zahlen ihren Aktionären in diesem Jahr nach Schätzungen der DZ Bank trotz anhaltender Pandemie kaum weniger Dividenden als im vergangenen Jahr. Die Bank schätzt, dass die in den drei Aktienindizes DAX, MDAX und TecDAX notierten Firmen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2020 rund 40 Milliarde Euro Gewinnbeteiligung ausschütten werden. Das wären rund drei Prozent weniger als im Vorjahr.

2020 hatten die Corona-Belastungen zu einem Rückgang um 16 Prozent geführt. Auch hatte die Europäische Zentralbank (EZB) Banken empfohlen, keine Dividenden auszuschütten. Unternehmen, die Staatshilfe in Anspruch genommen hatten, allen voran die Lufthansa, durften ebenfalls keine Gewinnbeteiligungen mehr auszahlen.

Ausschüttungsquote steigt auf 60 Prozent

Als Vorsichtsmaßnahme, um die Liquidität zu schonen, hatten 2020 viele Unternehmen ohnehin die Auszahlungen gekürzt. Einige waren auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr in der Lage, Dividenden zu zahlen. Auch in diesem Jahr werden mindestens zwei DAX-Unternehmen - die Deutsche Bank und der Essenszulieferer Delivery Hero - ihre Aktionäre nicht beteiligen, weil sie im vergangenen Jahr zu wenig oder gar nichts verdient haben.

Insgesamt sinken die Ausschüttungen aber weniger stark, als die Gewinne der Unternehmen im vergangenen Jahr geschrumpft sind. Die Ausschüttungsquote dürfte damit deutlich ansteigen. Während die deutschen Unternehmen im Durchschnitt der letzten 16 Jahre rund 43 Prozent der Gewinne an die Aktionäre ausgezahlt haben, dürfte die Quote nun auf fast 60 Prozent ansteigen; ein Niveau, das bereits in der Phase der Finanzkrise 2008/09 erreicht worden war.

In zwei Jahren wieder auf Rekordniveau

Für die Experten ist der geringe Rückgang der Dividenden Ausdruck von Zuversicht. Denn die Unternehmen haben in den meisten Fällen ihre Ausschüttungen nur deshalb nicht kräftiger gekürzt, weil sie in den nächsten beiden Jahren eine deutliche Erholung ihrer Gewinne erwarten. Damit dürften in den kommenden Jahren auch die Dividenden wieder steigen, erwarten die Experten der DZ Bank. Sie glauben, dass das bisherige Rekordniveau von 2018 in zwei Jahren wieder erreicht werden kann.

Weniger gut entwickelt hat sich zuletzt ein anderer Orientierungswert, auf den viele Anleger ebenfalls ein Auge werfen: die Dividendenrendite. Sie ist in den letzten Monaten gefallen und liegt im DAX mit drei Prozent deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Grund sind die in der zweiten Jahreshälfte kräftig gestiegenen Aktienkurse. Dennoch zeigt auch dieses Beispiel, dass eine Anlage in Aktien eine höhere Rendite ermöglicht als Sparbücher mit ihren Minizinsen oder viele Staatsanleihen, für die die Käufer sogar noch Strafzinsen zahlen müssen.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 08. Februar 2021 um 18:39 Uhr.