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Kryptowährung Briten können Bitcoin via PayPal kaufen

Stand: 23.08.2021 11:32 Uhr

Erstmals ermöglicht der US-Konzern PayPal den Kauf, Verkauf und Besitz von Kryptowährungen über seinen Bezahldienst auch in Europa. Der neue Service startet in Großbritannien - was dem Bitcoin Auftrieb gibt.

Ab dieser Woche will PayPal seinen Kunden in Großbritannien ermöglichen, digitale Währungen zu kaufen, zu verkaufen und zu halten. Dabei können sie aus den vier Coins Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Bitcoin Cash wählen, wie der US-Bezahldienst am Montag mitteilte. Der neue Service biete Nutzern die Möglichkeit, Transaktionen mit Kryptowährungen auf der ihnen vertrauten PayPal-Plattform durchzuführen.

Bereits ab einem Betrag von einem Pfund sollen britische PayPal-Kunden mit dem Erwerb von Bitcoin & Co. beginnen können. Auf der Website sind die jeweiligen Umrechnungskurse in Echtzeit angegeben. Beim Kauf oder Verkauf fallen Transaktions- und Umrechnungsgebühren an. Das Halten von Kryptowährungen ist hingegen kostenlos.

Werden Kryptowährungen zum Bezahl-Alltag?

Der Zahlungsdienstleister erwartet mit seinem Schritt, dass sich das Krypto-Geld zunehmend im Alltag etabliert. "Mit dem Einstieg einer vertrauenswürdigen Marke wie PayPal haben der Zugang, das Wissen und die Erkundung von Kryptowährungen das Potenzial, in Großbritannien zum Mainstream zu werden", sagte Jose Fernandez da Ponte, Vice President und General Manager, Blockchain, Krypto und digitale Währungen beim Konzern.

Es ist das erste Mal, dass PayPal dieses Angebot außerhalb des eigenen Heimatmarktes startet. In den USA ist das Handeln mit Kryptowährungen schon seit Oktober 2020 möglich. Seit März diesen Jahres können Kunden über die Funktion namens "Checkout with Crypto" sogar damit bezahlen. Die Händler erhalten dabei nach Unternehmensangaben herkömmliches Geld. Der Bezahldienstleister übernimmt den Umtausch der Kryptowährungen in Dollar. Britischen PayPal-Kunden ist das Bezahlen mit Bitcoin vorerst nicht möglich.

"Wir sind entschlossen, weiterhin eng mit den Regulierungsbehörden in Großbritannien und auf der ganzen Welt zusammenzuarbeiten, um unsere Unterstützung anzubieten und einen bedeutenden Beitrag zur Gestaltung der Rolle zu leisten, die digitale Währungen in der Zukunft des globalen Finanzwesens und Handels spielen werden", erklärte da Ponte.

PayPal auf Krypto-Expansionskurs

In Großbritannien konkurriert die Plattform, die weltweit von mehr als 403 Millionen Menschen genutzt wird, beim Krypto-Trading mit der Plattform Coinbase und Startups wie Revolut. Bereits im Juli hatte PayPal bekanntgegeben, dass Großbritannien das nächste Land sein wird, in dem künftig die digitalen Währungen über die Plattform gekauft werden können.

PayPal baut seine Krypto-Expansion damit schrittweise aus. Kürzlich hatte die Firma 100 Stellenanzeigen ausgeschrieben und Experten für Kryptowährungen sowie das Blockchain-System gesucht. Ein weiterer Hinweis auf die Politik des Anbieters ist die Aufhebung des jährlichen Kauflimits in den USA. Wann die Funktionen nach Deutschland kommen, ist bislang noch unklar.

Bitcoin wieder über 50.000 Dollar

Der Bitcoin-Kurs stieg nach der Ankündigung von PayPal erstmals seit Mai wieder über die Marke von 50.000 Dollar. Am Montag kostete ein Bitcoin am Handelsplatz Bitstamp zeitweise 50.299 Dollar und damit gut zwei Prozent mehr als am Vortag. Seit dem Zwischentief Mitte Juli summieren sich die Kursgewinne des sehr stark schwankenden Kryptogeldes mittlerweile auf rund 69 Prozent.

Auch die Entscheidung der US-Handelsplattform Coinbase, die eigenen Bestände an Kryptowährungen aufzustocken, hatte in den vergangenen Tagen für zusätzlichen Schwung gesorgt. Das Rekordhoch des Bitcoin von fast 64.900 Dollar aus dem April liegt allerdings noch in einiger Ferne. Der Gesamtwert aller Kryptowährungen liegt laut Coinmarketcap.com jedoch nun wieder über zwei Billionen Dollar.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 10. August 2021 um 23:01 Uhr.