Blick auf die Blöcke A-E des Braunkohlekraftwerks Neurath  | picture alliance / Goldmann

Studie zu Finanzierung Banken besorgen Kohlekonzernen Billionen

Stand: 16.02.2022 17:01 Uhr

1,5 Billionen Dollar: So viel Geld haben Banken den Kohlekonzernen in den vergangenen drei Jahren beschafft, wie eine Studie der Umweltorganisation Urgewald zeigt. In der Branche ist das umstritten.

Von Victor Gojdka, ARD-Börsenstudio

Eigentlich wollen viele Banken Schluss machen mit dem Kohlegeschäft. Doch die Zahlen der Nichtregierungsorganisation Urgewald sprechen eine andere Sprache. Ganz direkt haben die Geldhäuser demzufolge rund 400 Milliarden Dollar als Kredite an die Kohlekonzerne gegeben.

Außerdem haben Banken den Kohleunternehmen geholfen, mit Aktien und Anleihen frisches Geld bei den Anlegern am Finanzmarkt einzuwerben - und zwar in Billionenhöhe.

Auch deutsche Banken finanzieren mit

Besonders stark beteiligt: Japanische Großbanken und Institute aus China. Über nur zwölf Banken haben die Unternehmen fast die Hälfte des Geldes bekommen. Aber auch deutsche Banken finden sich auf der Liste. So sollen deutsche Institute den Kohleunternehmen geholfen haben, seit 2019 an rund 18 Milliarden Dollar zu kommen. Darunter sind laut Urgewald auch die Deutsche Bank und die Commerzbank.

Manche Banken fühlen sich von der Organisation jedoch ungerecht behandelt. So habe sie gemeinsame Kredite von mehreren Banken teilweise jedem Kreditinstitut zu gleichen Teilen zugerechnet, obwohl die einen mehr gegeben hätten, die anderen weniger.

Lieber schnell raus aus dem Kohlegeschäft?

Auch Finanzexperten sind sich uneins, wie sie das Engagement der Banken bewerten sollen. Einige fordern die Banken auf, möglichst schnell auszusteigen aus dem Kohlegeschäft. Andere sehen in Krediten und Finanzierungen auch Einflussmöglichkeiten für Banken, die Kohleunternehmen in Richtung Nachhaltigkeit zu beeinflussen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Februar 2022 um 13:46 Uhr.