Lohnabrechnung | picture alliance / Zoonar

Unterschied bei Gehältern Lohngefälle zwischen Ost und West wächst

Stand: 09.09.2022 12:31 Uhr

Auch mehr als 30 Jahre nach der Wiedervereinigung liegen die Durchschnittslöhne in Ostdeutschland deutlich unter denen im Westen. Laut Statistischem Bundesamt ist die Kluft zuletzt sogar größter geworden.

Noch immer liegt das jährliche Durchschnittsgehalt in Ostdeutschland im Schnitt rund 12.200 Euro unter dem Lohn in Westdeutschland. Das geht aus einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes auf Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die den Zeitungen der "Funke Mediengruppe" vorliegt. Westdeutsche verdienten demnach im vergangenen Jahr im produzierenden Gewerbe und bei Dienstleistungen 55.797 Euro. Ostdeutsche bekamen im Schnitt lediglich 43.624 Euro. Das entspricht einem Gehaltsunterschied von exakt 12.173 Euro im Jahr.

Im Jahr 2020 hatte die Lohnkluft noch bei 11.967 Euro gelegen. Damit ist die Lohnlücke um 206 Euro angewachsen. "Wenn die ostdeutsche Mittelschicht 12.000 Euro im Jahr weniger zur Verfügung hat, dann zeigt das, dass sich die Preissteigerungen im Osten noch deutlich dramatischer auswirken werden", sagte Sören Pellmann, Ostbeauftragter der Linksfraktion, den Zeitungen. "Die Lohnlücke muss sich endlich schließen."

Niedrigste Löhne in Mecklenburg-Vorpommern

Im April hatte die Bundesagentur für Arbeit dagegen noch festgestellt, dass das Gefälle 2021 zurückgegangen sei. Nach der Auswertung der Behörde lagen die monatlichen Löhne und Gehälter im Osten im vergangenen Jahr um 619 Euro unter denen im Westen. Im Jahr davor habe der Unterschied noch 650 Euro betragen.

Den neusten Zahlen des Statistischen Bundesamts zufolge wird im Osten in Mecklenburg-Vorpommern mit 41.715 Euro durchschnittlich am wenigsten verdient und in Sachsen mit 44.531 Euro am meisten. In Westdeutschland lag demnach in Hamburg der Durchschnittsjahreslohn 2021 am höchsten (62.506 Euro), am niedrigsten war er in Schleswig-Holstein (49.005 Euro).

Auch die Unterschiede zwischen den Geschlechtern bestehen weiterhin. Während Männer deutschlandweit im Schnitt 56.853 Euro verdienten, kamen Frauen im Jahr 2021 nur auf durchschnittlich 47.976 Euro. Bundesweit betrug 2021 der durchschnittliche Bruttolohn von Vollzeitbeschäftigten 54.193 Euro im Jahr.