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Erweiterter Aktienindex Großer Zuwachs für die DAX-Familie

Stand: 20.09.2021 09:31 Uhr

Ab heute spielen 40 Konzerne in der ersten Börsenliga: Zehn zusätzliche Unternehmen stehen auf dem DAX-Kurszettel. Ziel der Erweiterung ist es, die deutsche Wirtschaft breiter abzubilden.

Seit heute ist die DAX-Erweiterung von 30 auf 40 Mitglieder vollzogen. Unter den zehn Neulingen ist Airbus das Unternehmen mit dem größten Börsenwert - mit Abstand. Mit dem deutsch-französischen Flugzeughersteller bekommt der DAX ein weiteres Schwergewicht auf dem Niveau des Autoherstellers Daimler und des Versicherungsriesen Allianz.

Neu im DAX sind außerdem der Chemikalienhändler Brenntag, der Kochboxenlieferant Hellofresh, die Holdinggesellschaft Porsche SE, der Sportartikelhersteller Puma, das Biotechnologie- und Diagnostikunternehmen Qiagen, der Pharma- und Laborzulieferer Sartorius, der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers, der Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise sowie der Online-Modehändler Zalando.

Die Wirtschaft breiter darstellen

Hintergrund der Veränderung ist, dass der DAX lange Zeit von den vier Branchen Chemie, Autoindustrie, Energie und Finanzdienstleistungen dominiert wurde und deshalb die ganze Breite der deutschen Wirtschaft nur unzureichend abbildete. Um das Übergewicht der sogenannten "Old Economy" zu reduzieren, ist der DAX nun breiter aufgestellt. Auch aufstrebende Internetfirmen wie Hellofresh oder Zalando sollen einen Platz im Schaufenster der deutschen Wirtschaft bekommen.

Für wen der DAX wichtig ist

Im DAX, dem Deutschen Aktienindex, sind nun die 40 größten und wertvollsten deutschen börsennotierten Unternehmen gebündelt. Der Index ist zwar kein exaktes Abbild der deutschen Wirtschaft, weil hierzulande viele Firmen nicht börsennotiert sind. Aber er ist das wichtigste Barometer der Frankfurter Börse, das die renommiertesten deutschen Unternehmen wie Siemens, Deutsche Bank, Daimler, Allianz und Volkswagen enthält, die sich dort regelmäßig mit frischem Kapital versorgen. 75 Prozent des Aktienhandels in Deutschland finden mit Papieren von Firmen statt, die im DAX notiert sind.

Ähnlich wie die Leitindizes der Börsen in New York (Dow Jones) oder London (FTSE 100), dient deshalb der DAX großen Investoren wie Fondsgesellschaften als wichtige Orientierungsmarke. Er wird von ihnen als Seismograph für den Zustand der deutschen Wirtschaft genutzt - und für eine Vielzahl von Finanzprodukten, etwa die besonders bei Privatanlegern beliebten Indexfonds (ETFs).

Aber es gibt auch weitere Veränderungen. Der Börsenbetreiber Deutsche Börse legt ab sofort strengere Maßstäbe an die Mitglieder der DAX-Familie an. Künftig will die Deutsche Börse die Zusammensetzung des DAX zweimal statt einmal jährlich regulär überprüfen. Neu aufgenommen werden sollen nur noch profitable Unternehmen. Pleitekandidaten und Konzerne, die ihrer Pflicht zur fristgerechten Veröffentlichung von Zwischenberichten nicht nachkommen, sollen nicht mehr in der ersten deutschen Börsenliga auftauchen.

Veränderungen auch im MDAX

Gleichzeitig mit der DAX-Erweiterung wird der MDAX der mittelgroßen Werte von 60 auf 50 Titel verkleinert und verliert somit deutlich an Gewicht. Fünf Unternehmen aus dem Nebenwerte-Index SDAX sind in den verkleinerten MDAX aufgerückt: die Vodafone-Sendemastentochter Vantage Towers, der Recycling-Spezialist Befesa, der Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich, der Finanzdienstleister Hypoport sowie Zooplus, ein Online-Händler für Haustierbedarf.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. September 2021 um 11:00 Uhr.