Bitcoin-Symbol auf der Tastatur eines Laptops | REUTERS

Minus von zehn Prozent Der Bitcoin bricht weiter ein

Stand: 14.06.2022 11:30 Uhr

Die Kryptowährungen sind noch stärker unter Druck geraten. Der Bitcoin fällt auf ein 18-Monats-Tief. Steigende Zinsen und Probleme bei Kreditgebern für Kryptokredite belasten den Markt.

Die starken Kursverluste des Bitcoin setzen sich fort. Die bekannteste Kryptowährung brach heute in der Spitze um mehr als zehn Prozent auf 20.817 US-Dollar ein und notierte damit so niedrig wie seit rund eineinhalb Jahren nicht mehr. Das Rekordhoch der nach Marktwert größten Digitalwährung von knapp 69.000 Dollar aus dem vergangenen November rückt damit immer weiter außer Sichtweite.

Auch andere Kryptoanlagen gaben erneut deutlich nach. Die Nummer zwei am Markt, Ether, fiel bis auf 1078 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang 2021. Der Wert aller rund 19.800 Digitalwährungen beläuft sich laut dem Portal Coinmarketcap gegenwärtig auf etwa 950 Milliarden Dollar. Vor einem halben Jahr war die Marktkapitalisierung noch rund dreimal so hoch.

Wachsende Inflationsorgen

Die Kursverluste der Kryptowährungen gehen mit Sorgen einher, dass es zu einer anhaltend hohen Inflation kommen könnte. Wegen der hohen Geldentwertung straffen viele Zentralbanken ihre Geldpolitik. Morgen dürfte die US-Notenbank Federal Reserve ihren Leitzins um weitere 0,5 Prozentpunkte anheben. Einige Fachleute halten sogar einen noch größeren Schritt um 0,75 Punkte für denkbar. Auch in Europa ist eine Straffung der Geldpolitik geplant. Die Europäische Zentralbank (EZB) stellte zuletzt aus Sicht vieler Analysten überraschend deutlich Zinsanhebungen in Aussicht.

Die langfristigen Zinsen sind bereits deutlich gestiegen. Zehnjährige US-Staatsanleihen näherten sich in den vergangenen Handelstagen der wichtigen Marke von 3,3 Prozent an. Zehnjährige Bundesanleihen notieren inzwischen bei rund 1,6 Prozent nun damit so hoch wie seit rund acht Jahren nicht mehr. Kryptowährungen werfen hingegen keine laufenden Erträge ab.

Probleme bei Krypto-Kreditgeber

Für schlechte Stimmung am Markt sorgen außerdem Probleme bei dem Krypto-Kreditgeber Celsius Network, der zu den sogenannten dezentralen Finanzdienstleistungen zählt. Hier werden zum Beispiel Transaktionen mit Hilfe der Blockchain-Technologie abgewickelt, ohne dass traditionelle Geldhäuser wie Banken beteiligt sind. Der Anbieter hatte zuletzt Abhebungen ausgesetzt.

Auch die weltweit größte Krypto-Börse Binance habe aufgrund "festgefahrener Transaktionen" für mehr als drei Stunden Abhebungen pausiert, erklärte Krypto-Experte Timo Emden von Emden-Research. "In einer ohnehin unübersichtlichen Marktphase können derartige Hiobsbotschaften die Unsicherheit verschärfen."