Kryptowährung Bitcoin mit chinesischer Flagge im Hintergrund | picture alliance / NurPhoto

Kampf gegen Krypto-Währungen China schließt Rechenzentren

Stand: 22.06.2021 08:26 Uhr

Virtuelle Zahlungsmittel wie der Bitcoin sind der chinesischen Regierung ein Dorn im Auge. Deshalb geht sie vehement dagegen vor: Nun wurden in mehreren Landesteilen Rechenzentren abgeschaltet.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Die chinesische Staatsführung geht weiter vehement gegen alles vor, was mit dem Bitcoin zu tun hat. Banken und Finanzdienstleister wurden erneut aufgefordert, keinerlei Dienstleistungen mehr anzubieten, die mit Krypto-Zahlungsmitteln zu tun haben. Man wolle die Stabilität und die Sicherheit des Finanzmarktes bewahren sowie Vermögen und Eigentum der Bevölkerung schützen, erklärte die staatliche chinesische Zentralbank.

Steffen Wurzel ARD-Studio Shanghai

China hatte den Handel mit Krypto-Zahlungsmitteln wie dem Bitcoin schon 2017 verboten, als erstes großes Land weltweit. Das sogenannte Mining aber, also das elektronische Erzeugen von Bitcoins und Co mit riesigen Computernetzwerken, wurde von Chinas Behörden weiter geduldet. Erst seit rund sechs Wochen geht die Staatsführung konsequent vor gegen die dezentralen und digitalen Zahlungsmittel. In mehreren Landesteilen wurden riesige Rechenzentren abgeschaltet. Zuletzt wurden rund zwei Drittel aller neuen Bitcoins weltweit mit Rechnern in China erzeugt. Dieser Anteil werde nun schnell und deutlich zurückgehen, sagen Analysten.

Konzept des Bitcoins widerspricht Politik

Geld- und Währungspolitik werden in China zentral gesteuert. Die Zentralbank untersteht direkt der kommunistischen Führung. Die chinesische Währung, Renminbi oder Yuan, ist nicht frei konvertierbar. Das dezentrale und offene Konzept des Bitcoins widerspricht dieser Politik und wird von Chinas Regierung deswegen abgelehnt. Gleichzeitig arbeitet die Regierung an einer eigenen digitalen Währung, die mit dem Bitcoin allerdings fast nichts zu tun hat.

Das striktere Vorgehen der chinesischen Behörden gegen Krypto-Zahlungsmittel hat mit dazu geführt, dass der Bitcoin in den vergangenen zwei Monaten rund die Hälfte seines Werts verloren hat. Der Bitcoin-Kurs liegt aber immer noch gut dreimal so hoch wie vor einem Jahr.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Juni 2021 um 06:23 Uhr.