Mark Branson, designierter Bafin-Chef

Nachfolger von Felix Hufeld Schweizer Finanzaufseher wird BaFin-Chef

Stand: 22.03.2021 12:41 Uhr

Die wegen des Wirecard-Skandals in die Kritik geratene deutsche Finanzaufsicht BaFin wird künftig von Mark Branson geleitet, dem Präsidenten der Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA.

Nach dem Rücktritt von BaFin-Chef Felix Hufeld wird die Bonner Behörde künftig von dem Chef der Schweizer Finanzaufsicht FINMA, Mark Branson, geleitet. Der 53-jährige aus England stammende Branson ist seit April 2014 Leiter der FINMA.

Branson werde seinen neuen Posten "Mitte des Jahres" antreten, teilte das Bundesfinanzministerium mit. Die FINMA kündigte eine Nachfolgeregelung für den Aufseher ab dem 1. Mai an.  

Branson arbeitete zwölf Jahre für die UBS

Branson stieß 2010 zur Schweizer Aufsicht und leitete zunächst den Geschäftsbereich Banken, bevor er 2013 zum stellvertretenden Direktor, der Nummer zwei der Behörde, ernannt wurde. Vor seiner Tätigkeit für die FINMA arbeitete Mark Branson von 1997 bis 2009 bei der Schweizer Großbank UBS. Zuletzt steuerte er dort den zentralen Geschäftsbereich Vermögensverwaltung. Auch war er zuständig für Finanzen und Risikokontrolle. Davor leitete er die Niederlassung der UBS in Tokio.

Zudem arbeitete Branson von 2001 bis 2005 als Kommunikationschef der Bank. Bevor er zur UBS kam, war er für das Schweizer Institut Credit Suisse in London tätig. Mark Branson studierte an der Eliteuniversität Cambridge Mathematik und Management. Zusätzlich erwarb er einen Master in Operational Research an der Universität Lancaster. Er ist Schweizer und britischer Staatsangehöriger.

BaFin soll reformiert werden

Die BaFin war zuletzt im Bilanzbetrugsskandal um das frühere DAX-Unternehmen Wirecard heftig in die Kritik geraten. Der bisherige Chef Felix Hufeld musste seinen Posten räumen. Der Skandal um die Wirecard AG habe offenbart, dass die deutsche Finanzaufsicht eine Re-Organisation brauche, um ihre Aufsichtsfunktion effektiver erfüllen zu können, hatte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) gesagt.

Die BaFin soll unter anderem mit Experten für Wirtschaftsprüfung und Bilanzanalyse verstärkt werden. Weder der Finanzaufsicht noch den Wirtschaftsprüfern von EY war der mutmaßliche jahrelange Milliardenbetrug von Wirecard aufgefallen. Inzwischen hat der insolvente frühere DAX-Konzern Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt. Insgesamt könnte es nach Ermittlungen der Münchener Staatsanwaltschaft um mehr als drei Milliarden Euro gehen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau im ARD-Mittagsmagzin am 22. März 2021 um 13:00 Uhr.