Die chinesische Video-App Kuaishou auf einem Smartphone. | REUTERS

Chinesische Video-App Kuaishou startet erfolgreich an der Börse

Stand: 05.02.2021 08:03 Uhr

An der Hongkonger Börse wird seit heute die Aktie des chinesischen Video-App-Konzerns Kuaishou gehandelt. Der Ansturm auf die Papiere des Unternehmens war riesig. Auf einem Schlag ist es 135 Milliarden Euro wert.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Die chinesische Video-App Kuaishou (快手) ist ungefähr vergleichbar mit TikTok, ebenfalls aus China. Der Firmenname setzt sich zusammen aus "Kuai" und "Shou", auf Deutsch: Schnelle Hand. Ähnlich wie bei Tiktok geht es bei Kuaishou um kurze Video-Clips.

Steffen Wurzel ARD-Studio Shanghai

Ausgabepreis verdreifacht sich fast

Erfolgreich ist die App vor allem außerhalb der großen Städte Chinas, in den weniger reichen Regionen des Landes. Und obwohl Kuaishou noch nie Gewinn gemacht hat: Anlegerinnen und Anleger rennen Kuaishou die Bude ein. Die Aktie notierte am ersten Handelstag fast dreimal so hoch wie der Ausgabepreis. Rein rechnerisch ist das Unternehmen mit Firmensitz in Peking damit nun rund 135 Milliarden Euro wert, mehr als Twitter und mehr auch als der wertvollste Dax-Konzern SAP.

Hoffnungen auf chinesische Tech-Unternehmen

Die Euphorie zeigt: Die Finanzmärkte setzen große Hoffnungen nicht nur in Tech-Werte allgemein, sondern auch in die mächtigen chinesischen Tech-Unternehmen. Außerhalb der Volksrepublik sind die meisten dieser Firmen bisher zwar kaum bekannt und erfolgreich, aber allein der chinesische Markt mit rund einer Milliarde aktiver Internetnutzerinnen und -Nutzer bietet nach Ansicht von Analysten großes Potenzial.

In den vergangenen Jahren sind chinesische Tech- und Online-Konzerne gerne in den USA, in New York, an die Börse gegangen. Alibaba, Pinduoduo, Nio und Bilibili zum Beispiel. Dass die Kuaishou-Aktien "nur" in Hongkong und nicht in den USA gelistet wurden, dürfte auch mit der zunehmenden Entkopplung der beiden größten Volkswirtschaften der Welt zu tun haben; eine wirtschaftliche, technologische und politische Entkopplung.

Weltweit nimmt das Misstrauen gegenüber Großkonzernen aus China zu. Kritiker werfen ihnen regelmäßig mangelnde Transparenz und eine oft große Nähe zur Kommunistischen Staatsführung vor.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 05. Februar 2021 um 07:15 Uhr.