Aareal Bank. (Archivbild: 26.02.2016) | picture alliance/dpa

Gebot für Immobilienfinanzierer Finanzinvestoren wollen Aareal Bank übernehmen

Stand: 23.11.2021 10:54 Uhr

Die Wiesbadener Aareal Bank hat nach Jahren der Ungewissheit neue Partner gefunden. Die beiden Finanzinvestoren Advent und Centerbridge wollen das Geldhaus kaufen - für einen Milliardenbetrag.

Der Wiesbadener Immobilienfinanzierer Aareal Bank hat sich mit Beteiligungsgesellschaften aus London und New York auf eine Übernahme geeinigt. Danach wollen die Investoren Advent International Corp. und Centerbridge Partners sämtliche Aktien des Bankhauses zu einem Einzelpreis von 29 Euro erwerben. Damit würde das in den Kleinwerteindex SDAX abgestiegene Institut mit 1,74 Milliarden Euro bewertet. Das Übernahmeangebot sieht eine Mindestannahmeschwelle von 70 Prozent der Aktien vor.

Die Angebotsunterlagen sollen voraussichtlich Mitte Dezember veröffentlicht werden. Aareal-Bank-Chef Jochen Klösges, der das Geldinstitut erst seit Mitte September leitet, bezeichnete die Offerte als "im besten Interesse des Unternehmens und seiner Anteilseigner". Eine komplette Übernahme des Instituts durch Finanzinvestoren gehörte nach seiner Aussage aber nicht zu seinen Zielen. "Wir haben diese Gespräche nicht gesucht", betonte er noch in der vergangenen Woche. "Die Investoren sind an uns herangetreten."

Wieder schwarze Zahlen erwartet

Klösges war einst Vorstand der längst abgewickelten Eurohypo, früher einer der größten Immobilienfinanzierer Europas und ein Tochterunternehmen der Commerzbank. Nachdem der langjährige Vorstandschef der Aareal Bank, Hermann Josef Merkens, im Frühjahr krankheitsbedingt zurücktreten musste, fiel die Wahl auf den Kölner Klösges.

Die Aareal Bank ist im Zuge der Corona-Pandemie in schwieriges Fahrwasser geraten. Das Institut musste im vergangenen Jahr einen Verlust ausweisen, dürfte sich davon in diesem Jahr aber etwas erholen. Nach einem aus Sicht der Bank "erfreulichen" dritten Quartal peilt der Vorstand für 2021 einen Vorsteuergewinn zwischen 100 und 175 Millionen Euro an. Dank eines Ergebnisses von 50 Millionen im Sommer stehen nach den ersten neun Monaten schon 123 Millionen Euro zu Buche.

Das gewerbliche Immobiliengeschäft gilt als schwierig und relativ riskant. Ohne finanzkräftige Partner bleiben die Entwicklungsmöglichkeiten begrenzt. Auch hat sich die Aareal Bank bislang schwer damit getan, neue Geschäftsfelder aufzubauen, sieht man einmal von der Software-Tochter Aareon ab.