ICE im neuen Design am Bahnhof Berlin-Ostkreuz | Bildquelle: CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX

Bahn investiert Milliarden ICE sollen häufiger fahren

Stand: 16.12.2019 06:20 Uhr

Wer in Berlin, Hamburg oder München den ICE verpasst, soll in Zukunft nicht lang auf den nächsten warten: Die Bahn plant einen 30-Minuten-Takt und steckt Milliarden Euro in neue Züge.

Zwischen den größten deutschen Städten sollen nach dem Willen der Deutschen Bahn künftig deutlich mehr ICE und Intercitys fahren. "Wir werden den Fernverkehr zwischen den großen Metropolen konsequent im Halbstundentakt fahren lassen", teilte der Bahn-Vorstand für Personenverkehr, Berthold Huber, mit. "Am Ende bedeutet das, dass wir den Fernverkehr ausbauen wollen zu einer metropolenverbindenden S-Bahn."

Drei ICE Fernzüge warten im Hauptbahnhof Leipzig. | Bildquelle: dpa
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Langfristig will die Bahn zwischen den deutschen Metropolen einen Halbstundentakt erreichen.

Langfristige Strategie

Den 30-Minuten-Takt für die großen Städte habe die Bahn im Sommer in ihre neue Strategie "Starke Schiene" aufgenommen, sagte Huber - und machte deutlich, dass noch einige Jahre vergehen, bis es so weit sein könnte. So sollen als erstes zwischen Hamburg und Berlin Fernzüge alle 30 Minuten fahren - in zwei Jahren. Heute sind es tagsüber jeweils drei Züge in zwei Stunden.

Wenn die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm und der neue Stuttgarter Bahnhof in Betrieb sind, sollen von Ende 2025 an auch Stuttgart und München sowie Stuttgart und Frankfurt halbstündig verbunden werden, ebenso Frankfurt-Köln und Frankfurt-Hamburg. Für Berlin-Köln gibt es noch keinen Termin.

"Die Metropolen und der Verkehr zwischen den Metropolen werden weiter wachsen", sagte Huber. So seien auf der Neubaustrecke Berlin-München auch in diesem Jahr die Fahrgastzahlen um 14 Prozent gestiegen. Seit dem Fahrplanwechsel am Sonntag schickt die Bahn dort nochmals zusätzliche Züge aufs Gleis.

Milliarden für neue Züge

Heute ist ein Fernzug im Schnitt 22 Jahre alt, in fünf Jahren sollen es nur noch 15 Jahre sein. Laut Huber investiert die Bahn bis 2026 rund zwölf Milliarden Euro in ihre Fahrzeugflotte. Dies sei "eine Rekordsumme in der Geschichte der DB", erklärte er.

Allein im Fernverkehr will der Konzern bis zum Jahr 2026 insgesamt 8,5 Milliarden Euro in neue Züge stecken. Die Hälfte der Summe entfällt auf den Großauftrag für den ICE4, von dem seit 2017 allerdings schon 39 ausgeliefert wurden. 2025 sollen es 137 sein. Es ist der größte Einzelauftrag in der Geschichte der Bahn.

Hinzu kommen 23 neue Eurocity-Züge vom spanischen Hersteller Talgo und 86 Doppelstock-Intercitys, von denen schon 44 fahren. Außerdem schreibt die Bahn in Kürze den Auftrag für weitere 30 weitere Hochgeschwindigkeitszüge aus, die in drei Jahren aufs Gleis kommen sollen.

2,7 Milliarden Euro für den Regionalverkehr

Auch für die Modernisierung der Flotte im Regionalverkehr plant der Konzern größere Investitionen. In die Flotten der fünf größten S-Bahnen Deutschlands sollen nach DB-Angaben rund 2,7 Milliarden Euro für neues Design und die Anschaffung neuer Fahrzeuge fließen. Hinzu kommt rund eine Milliarde Euro an Investitionen in die Flotten von DB Regio.

Jeder Euro für mehr Schienen und moderne Züge sei gut investiert, betonte Huber. Attraktive Verbindungen zwischen den Metropolen sowie leistungsstarke Mobilität in den deutschen Städten und auf dem Land seien "tragende Säulen der Verkehrswende". 

Bund stockt Mittel auf

Um die Klimaziele zu erreichen, fließt deutlich mehr Geld in das Netz, und der Bund stockt auch das Eigenkapital der Bahn auf. Inzwischen sollen sogar stillgelegte Strecken reaktiviert werden. Bahnchef Richard Lutz spricht von "Rückenwind fast mit Sturmstärke". Jahrelang habe die Politik mit der Bahn gefremdelt, jetzt werde geklotzt.

Die neuen Fernzüge finanziere man aber selbst, betont die Bahn. Dabei helfe die geplante Mehrwertsteuersenkung für Fernzugtickets. Die billigeren Fahrkarten werden fünf Millionen zusätzliche Fahrgäste im Jahr bringen, kalkuliert der Konzern. Mit diesen Mehreinnahmen sollen die 30 zusätzlichen Schnellzüge finanziert werden, die weitere sechs Millionen neuer Fahrgäste bringen sollen.

Kipping fordert Bahncard für alle

Linkspartei-Chefin Katja Kipping forderte unterdessen als Klimaschutz-Maßnahme eine kostenfreie Bahncard 50 für alle Bürger. Anstelle der Subventionierung von Elektroautos solle es lieber diese Bahncard kostenlos für alle geben, sagte sie der "Rheinischen Post". E-Autos könnten sich nur Menschen leisten, die mehr als 30.000 Euro für einen Wagen übrig hätten, merkte Kipping an.

Die Bahncard 50 der Deutschen Bahn kostet derzeit 255 Euro pro Jahr in der zweiten Klasse. Mit der Karte erhält der Reisende für Fahrten innerhalb Deutschlands einen Rabatt von 50 Prozent auf die sogenannten Flexpreise und einen Rabatt von 25 Prozent auf die Super-Spar- und Sparpreise.

Kipping forderte noch weitere Verbesserungen bei der Bahn, um deren Beitrag zum Klimaschutz zu steigern. So müsse es etwa mehr Platz für Fahrräder in den Wagen sowie eigene Abteile mit Arbeitsplätzen für Berufspendler geben, die während der Zugfahrt arbeiten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. Dezember 2019 um 06:00 Uhr.

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