Verkehrsminister Scheuer und Bahnchef Lutz | Bildquelle: dpa

Probleme bei der Bahn Krisentreffen folgt auf Krisentreffen

Stand: 15.01.2019 11:31 Uhr

Angesichts der Probleme bei der Bahn will sich der Verkehrsminister am Donnerstag erneut mit der Unternehmensspitze treffen. Scheuer äußerte sich zurückhaltend, sein Staatssekretär wurde deutlicher.

Verspätungen, marode Infrastruktur, Kompetenz- und Machtgerangel - die Probleme der Deutschen Bahn waren Thema bei einem Krisentreffen von Bundesverkehrsminister Scheuer und dem Bahnvorstand. Bahnchef Richard Lutz wollte witere Vorschläge machen, um Qualität und Pünktlichkeit zu steigern.

Direkt im Anschluss kündigte Scheuer ein erneutes Krisentreffen für Donnerstag an. Man habe nicht alle Themen besprechen können, sagte der CSU-Politiker. "Es war sehr konstruktiv, aber auch sehr konzentriert."

Die Kunden sollten schon im ersten Halbjahr Verbesserungen etwa bei der Pünktlichkeit der Züge sehen - unter anderem ein besseres Baustellen-Management, um Engpässe in den Griff zu bekommen. Die Politik sei außerdem daran, der Bahn eine "finanzielle Basis" zu garantieren. Einzelheiten nannte Scheuer aber nicht.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium, Enak Ferlemann sagte, der Bund sehe weiter Handlungsbedarf. Er sei mit den Ausführungen des Konzernvorstands "nicht zufrieden", so der CDU-Politiker.

Ein Mann geht im Berliner Hauptbahnhof an einem ICE entlang. | Bildquelle: dpa
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Die Bahn war vergangenes Jahr nicht so pünktlich wie angepeilt.

Arriva "nicht leichtfertig in den Markt geben"

An dem Treffen hatten auch Abgeordnete der Koalitionsparteien teilgenommen, ebenso wie Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla und Finanzvorstand Alexander Doll.

Bahnchef Richard Lutz hatte bei dem Treffen weitere Vorschläge gemacht, um Qualität und Pünktlichkeit zu steigern. Wie vorab bekannt geworden war, könnten die Auslandstochter DB Arriva verkauft und der Konzernvorstand erweitert werden.

Scheuer sagte, ein möglicher Verkauf von Arriva sei noch nicht konkret beschlossen worden. Er sei in der Frage nicht festgelegt. "Wir werden ein sehr interessantes Unternehmen nicht leichtfertig in den Markt geben", so der Minister.

Lutz hatte den Verkauf von Arriva vorschlagen, um bis 2023 ein Loch von vier Milliarden Euro in der Bilanz zu stopfen. Zudem will Lutz die Chefs von Konzern-Töchtern aus dem Personen- und Güterverkehr in den Vorstand befördern, um Entscheidungen im Kampf gegen die Unpünktlichkeit zu beschleunigen. Scheuer bestätigte, dass es dies Überlegungen gebe. Nachdem im vergangenen Jahr jeder vierte Fernzug verspätet war, waren die Rufe nach einem grundlegenden Umbau der Bahn zuletzt immer lauter geworden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. Januar 2019 um 12:00 Uhr.

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