Zerstörten Ständen im indischen Puri | Bildquelle: dpa

Bilanz nach Zyklon "Fani" Es hätte viel schlimmer kommen können

Stand: 11.05.2019 12:38 Uhr

Vor einer Woche richtete "Fani" in Indien schwere Schäden an. Hilfsorganisationen ziehen dennoch eine vergleichsweise positive Bilanz. Dank Katastrophenvorsorge seien Tausende Menschen gerettet worden.

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Südasien

Eine Woche, nachdem der Wirbelsturm "Fani" über den Golf von Bengalen an der indischen Ostküste hinweggezogen ist, haben die Behörden und Hilfsorganisationen eine vergleichsweise positive Bilanz gezogen.

Zwar kamen laut der Caritas mehrere Dutzend Menschen ums Leben. Die Organisation verweist aber auch auf die enorme Zerstörungskraft des Zyklons, der Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern erreicht hatte. Im Jahr 1999 seien bei einem Wirbelsturm gleicher Stärke noch mindestens 10.000 Menschen gestorben, hieß es. Durch eine konsequente Katastrophenvorsorge der indischen Behörden seien folglich Tausende Menschen gerettet worden.

Im Vorfeld des Wirbelsturms waren mehr als eine Million Menschen aus den tiefliegenden und besonders gefährdeten Regionen in den Bundesstaaten Odisha und Andrah Pradesh evakuiert worden. In öffentlichen Gebäuden, Schulen und Turnhallen wurden Tausende Schutzräume und Notunterkünfte eingerichtet.

"Jetzt haben wir gar nichts mehr"

Viele Bewohner der vom Sturm zerstörten Dörfer und Städte werden noch eine ganze Weile auf öffentliche Hilfe angewiesen sein. In vielen Provinzen ist die Stromversorgung noch nicht wieder hergestellt. Auch die Trinkwasserversorgung sei noch ein Problem, teilten die Behörden mit.

Baikunth Patra und seine Frau sind nach dem Sturm zusammen mit einem Reporter der Nachrichtenagentur AP zu den Trümmern ihres Hauses in Puri zurückgekehrt, um zu sehen, was noch übrig geblieben ist. "Das hier ist alles nicht mehr zu gebrauchen", sagt Patra." Aber er wolle nicht gleich alles wegwerfen. "Wenn uns die Regierung hilft, können wir das Haus reparieren. Wenigstens ein Stück Plane könnte man über das Dach hängen."

"Wir haben alles verloren, das ist schrecklich", sagt seine Frau. "Was sollen wir denn jetzt machen? Wir können doch nicht von hier wegziehen. Und jetzt haben wir gar nichts mehr."

Auswirkungen des Zyklon Fani im indischen Puri | Bildquelle: AP
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Auswirkungen des Zyklon im indischen Puri. Der Wirbelsturm hatte Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern erreicht.

Mobilisierung von Freiwilligen

Die Schäden, die der Wirbelsturm hinterlassen hat, sind gewaltig. Und doch sprechen Hilfsorganisationen von einer Heldentat vieler Akteure, die in den vergangenen Jahren konsequent und erfolgreich Katastrophenvorsorge-Projekte vorangetrieben hätten. Dazu gehörten Aufklärungsarbeit in den Gemeinden und die Mobilisierung von Freiwilligen für Nothilfe- und Rettungsteams.

Auch deutsche Spender und Steuerzahler hätten zu der Erfolgsgeschichte beigetragen, schreibt die Caritas in ihrem Bericht. Durch die Finanzierung von Frühwarnsystemen und anderen Projekten sei die riesige Evakuierungsaktion im Golf von Bengalen erst möglich geworden.

Erfolgreicher Katastrophenschutz - Bilanz nach Zyklon "Fani"
Bernd Musch-Borowska, ARD Neu-Delhi
11.05.2019 11:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Mai 2019 um 05:00 Uhr.

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