Sendungsbild

Mieten im Silicon Valley "Ich lasse mich nicht vertreiben"

Stand: 26.09.2018 11:01 Uhr

Im Silicon Valley explodieren die Mietpreise - die hochbezahlten Mitarbeiter von Apple, Facebook und Google vertreiben die Mittelschicht. Eine Alternative: der Umzug auf vier Räder.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Stolz steht Tracey Kaplan vor ihrem weißen Ford Transit, Baujahr 2018. Der ist ab Mitte nächsten Jahres ihr neues Zuhause: "Ich habe einen Kleintransporter gekauft und für viel Geld umbauen lassen. Denn wenn ich in Rente gehe, könnte ich mir außer der Miete nichts anderes mehr leisten."

Tracey ist Gerichtsreporterin bei den "Mercury News", nach dem "San Francisco Chronicle" die zweitgrößte Zeitung in der Bay Area. Fast ihre gesamten Ersparnisse hat die alleinstehende Frau für ihr Wohnmobil ausgegeben.

1500 Euro Miete für ein Gartenhäuschen

Sie hat besonders viel Wert auf eine hochwertige Ausstattung gelegt: Kühlschrank, Herd, Dusche und kompostierbare Toilettenanlage. Alles ist für dauerhaftes Wohnen ausgelegt und nicht für den Urlaub zwischendurch. Noch wohnt sie in einem Gartenhäuschen, im Haupthaus nebenan wohnt ihr Vermieter. Für die Verhältnisse im Silicon Valley ist ihre Miete niedrig: 1500 Dollar bezahlt sie im Monat für das kleine Zwei-Zimmer-Apartment.

Wohnungsnot im Silicon Valley zwingt zum Umdenken
26.09.2018, Marcus Schuler, ARD Los Angeles

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Doch Tracey fürchtet: Wenn sie nicht mehr arbeitet, könnte ihr ganzes Geld für Miete und Krankenversicherung draufgehen: "Die Krankenversicherung ist in diesem Land unglaublich teuer", sagt sie. Sie könnte es sich weder leisten, ins Theater zu gehen noch ein Tag am Strand zu verbringen. "So ist es fast jetzt schon: Ich bin wegen Arztrechnungen im Minus. Mit dem Wohnmobil habe ich Freiheit und vergleichsweise niedrige Kosten. Und ich kann reisen."

Leben auf 7,5 Quadratmetern

90.000 Dollar hat sie für ihren weißen Transit ausgegeben. Eigentlich habe sie ja vier Zimmer, scherzt die Journalistin: Wohnzimmer, Küche, Bad und Schlafzimmer - alles auf rund 7,5 Quadratmetern. Wenn es im nächsten Jahr losgeht, will sie einige wichtige Dinge im 150 Kilometer entfernten Stockton einlagern.

Skyline von San José
galerie

San José im Silicon Valley: Nach der Miete bleibt vielen nichts zum Leben übrig.

Dem Silicon Valley will sie aber treu bleiben. Sie plant, von Ort zu Ort zu pendeln. Die meisten Gemeinden verlangen, dass die immer größer werdende Zahl der Camper alle drei Tage ihre Fahrzeuge umsetzt.

"Die Preise sind verrückt"

Die Entscheidung, ihre Wohnung aufzugeben, sei ihr angesichts der Preisexplosion der vergangenen Jahre im Silicon Valley leicht gefallen: "Die Preise sind verrückt. Vor ein paar Monaten kostete ein Sandwich noch sechs Dollar, jetzt zahlt man schon 12 Dollar dafür", sagt Tracey. Und obwohl ihr Vermieter gut zu ihr gewesen sei, wolle sie sich nicht darauf verlassen. "Das kann sich ändern. Meine Freunde zahlen im Schnitt alle 2600 Dollar Miete im Monat. Ich lehne es ab, von den Reichen vertrieben zu werden."

Plan B: Camping mit betreutem Wohnen

Die klassische Mittelschicht zieht sich aus dem Silicon Valley zurück. Die hochbezahlten Mitarbeiter von Apple, Facebook und Google treiben die Preise in die Höhe. Diejenigen, die nicht bei bei den Tech-Unternehmen arbeiten, pendeln oft 300 Kilometer pro Tag.

Tracey hat für sich einen Plan B zurechtgelegt, wenn sie älter und vielleicht einmal auf Hilfe angewiesen ist: "In Arizona gibt es einen Campingplatz für betreutes Wohnen. Es ist ein Pilotprojekt und sehr günstig. Dort könnte ich mich zur Ruhe setzen." Der Vorteil an einem Wohnwagen, so Tracey: Man müsse rein- und rausklettern und würde so aktiver bleiben. "Ich hoffe, dass ich dadurch länger beweglich bleibe. Eine Garantie dafür gibt es natürlich nicht."

Wohnungsnot im Silicon Valley
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
26.09.2018 09:55 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete der Bayerische Rundfunk in der Sendung "Faszination Wissen" am 04. Oktober 2016.

Darstellung: