Ein Rehkitz schaut aus Gestrüpp heraus. | Bildquelle: AFP

Wilderer muss Bambi schauen Läuterung unter Rehleins Augen

Stand: 18.12.2018 17:10 Uhr

Wie bringt man einen notorischen Wilderer zur Räson? Ein Gericht im US-Bundesstaat Missouri verfolgt einen ganz besonderen Ansatz. Es verurteilte den Mann zu einem Jahr Haft - und monatlichem Bambi-Konsum.

Von Sebastian Schreiber, ARD-Studio Washington

Der Zeichentrickfilm Bambi erzählt die Geschichte eines kleinen Hirsches, dessen Mutter von Jägern erschossen wird. Der Film von Walt Disney ist ein Klassiker: Seit Jahrzehnten rührt die Geschichte Kinder und Erwachsene zu Tränen. Nun soll Bambi auch das Herz des Wilderers aus Missouri erweichen.

Über einen Zeitraum von drei Jahren lang soll der Mann - gemeinsam mit Familienmitgliedern - Hunderte Rehe und Hirsche illegal getötet haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft schnitt er den Tieren die Köpfe ab und nahm sie als Trophäen mit nach Hause. Die Kadaver soll der Wilderer einfach liegengelassen haben.

Mehrere Rehe im Unterholz | Bildquelle: dpa
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Hunderte tote Rehe und Hirsche soll der Wilderer als Trophäe mit nach Hause genommen haben - man möchte gar nicht wissen, wie es in dem Haus wohl ausgesehen hat.

An die Kinder denken

Der Anwalt des Mannes hatte für eine mildere Strafe plädiert, weil die Frau seines Mandanten gerade erst ein Kind zur Welt gebracht habe. Der Staatsanwalt sagte, im Gefängnis könne der Mann nun Bambi ansehen und an seine eigenen Kinder denken.

Bis zum 23. Dezember soll der verurteilte Wilderer den Film das erste Mal ansehen - und das dann während seiner Gefängnisstrafe von einem Jahr jeden Monat wiederholen.

Wilderer aus Missouri muss ins Gefängnis und sich monatlich Bambi ansehen
Sebastian Schreiber, ARD Washington
18.12.2018 17:11 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 18. Dezember 2018 um 18:36 Uhr.

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