Michael Ludwig (SPÖ), Bürgermeister von Wien, kurz vor seiner Stimmabgabe zu den Wiener Landtags-und Gemeinderatswahlen | dpa

Landtagswahl in Wien SPÖ wohl Sieger - FPÖ vor Debakel

Stand: 12.10.2020 01:39 Uhr

Stadt und Bundesland Wien haben gewählt - laut Hochrechnungen bleiben die Sozialdemokraten klar stärkste Kraft. Deutliche Zugewinne verbuchen konnte die ÖVP. Verlierer ist die rechtspopulistische FPÖ.

Österreichs Sozialdemokraten haben die Landtagswahl in Wien Hochrechnungen zufolge klar gewonnen. Nach Angaben des ORF kann die SPÖ von Bürgermeister Michael Ludwig mit 42 Prozent der Stimmen rechnen. Damit legten die Sozialdemokraten im Vergleich zu den letzten Wahl 2015 um mehr als zwei Prozentpunkte zu.

Zu den Gewinnern zählt demnach auch die in Wien sonst eher schwache Volkspartei: Die konservative ÖVP steigerte sich im Vergleich zu 2015 um 9,4 Punkte und wird aktuell mit 18,8 Prozent als zweitstärkste Kraft geführt.

Verlierer dieser Wahl dürften die Rechtspopulisten sein: Nach der Ibiza-Affäre rund um ihren Ex-Chef Heinz-Christian Strache stürzte die FPÖ um gut 23 Punkte ab und erreicht laut Hochrechung nur noch 7,7 Prozent. Die neu gegründete Strache-Partei muss demnach mit 3,6 Prozent um den Einzug ins Landesparlament zittern. Dort gilt die Fünf-Prozent-Hürde.

Grüne auf Rekordniveau

Auf Rekordkurs in der österreichischen Hauptstadt liegen dagegen die Grünen: Sie erzielen 14,1 Prozent. Auch die liberalen Neos konnten wohl Stimmenanteile hinzugewinnen.

Insgesamt waren in der Hauptstadt rund 1,36 Millionen Menschen aufgerufen zu wählen. Die Schwankungsbreite der Hochrechnung liegt bei plus/minus zwei Prozentpunkten. Sie berücksichtigt auch schon das voraussichtliche Abstimmungsverhalten von rund 380.000 Briefwählern. Damit wurden so viele Wahlkarten für die Briefwahl ausgestellt wie noch nie bei einer Landtags- und Gemeinderatswahl.

Ein offizielles Wahlergebnis soll am Montag verkündet werden, wenn alle Briefwahlstimmen eingetroffen sind. Die Wahlbeteiligung lag Schätzungen zufolge bei 68 Prozent und damit unter der von 2015 mit 75 Prozent.

Über dieses Thema berichtete am 11. Oktober 2020 die tagesschau um 18:00 Uhr und Deutschlandfunk um 19:00 Uhr in den Nachrichten.