Tauziehen bei einem Transgender-Festival im pakistanischen Peschawar. | Bildquelle: ARSHAD ARBAB/EPA-EFE/REX/Shutter

Feststellung der WHO Transsexualität keine psychische Störung

Stand: 19.06.2018 20:08 Uhr

Für viele Transsexuelle ist ein Ende der Diskriminierung in Sicht: Die Weltgesundheitsorganisation stellte fest, dass es sich bei Transsexualität nicht um eine psychische Störung handelt.

Transsexualität ist keine psychische Störung. Das stellt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrer "Internationalen Klassifikation von Krankheiten" (ICD) fest. Damit korrigiert sie eine frühere Einordnung, wie WHO-Sprecher Christian Lindmeier bestätigte.

In der 11. Auflage der ICD, die Regierungen und Behörden weltweit als Grundlage für die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen gilt, ist Transsexualität stattdessen im Kapitel Sexualgesundheit verzeichnet. Dank der Neueinordnung dürfen Transsexuelle auf ein Ende von Diskriminierung und bessere Behandlung hoffen. Bislang wäre nach ICD die Beseitigung der "Störung" Transsexualität Ziel einer Behandlung gewesen. Transsexuelle fühlen sich nicht dem Geschlecht zugehörig, dessen körperliche Merkmale sie zeigen.

Caitlyn Jenner
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Bruce Jenner zeigt sich als Frau im weißen Korsett, abgelichtet von der Starfotografin Annie Leibovitz für den Titel von "Vanity Fair". "Nennt mich Caitlyn" prangt auf dem Titel des US-Magazins. Im April erklärte Jenner ihre Transsexualität.

"Sexuelle Minderheiten täglich Grausamkeiten ausgesetzt"

Die Streichung vom Homosexualität als psychische Störung im ICD erfolgte 1992 und führte in Deutschland zur Abschaffung des Strafgesetz-Paragraphen 175 zwei Jahre später, der homosexuelle Handlungen unter Strafe stellte. Die Diskriminierung von Homo- und Transsexuellen ist weltweit sehr stark verbreitet.

Fast die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Ländern, in denen sexuelle Minderheiten kriminalisiert werden. Dies geht aus dem ersten Bericht des UN-Experten, der für den Schutz der Rechte sexueller Minderheiten zuständig ist, Victor Madrigal-Borloz. Täglich seien Millionen Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle und andere sexuelle Minderheiten Grausamkeiten allein aufgrund der Tatsache ausgesetzt, wen sie liebten, sagte der aus Costa Rica stammende Jurist bei seiner ersten Rede im UN-Menschenrechtsrat.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 19. Juni 2018 um 23:00 Uhr.

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