Malariapatientin am Tropf | AFP

Folgen der Corona-Pandemie WHO fürchtet mehr Malaria-Tote

Stand: 30.11.2020 13:41 Uhr

Die WHO warnt davor, dass die Zahl der Malaria-Toten wieder steigen könnte. Denn der Kampf gegen die Tropenkrankheit stockt vor allem wegen der Corona-Pandemie. Auch mangelt es an Geld.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet aufgrund der Corona-Pandemie einen Rückschlag bei der Bekämpfung von Malaria. "Covid-19 droht unsere Bemühungen zu behindern, Malaria zu besiegen", sagte die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti, in Genf bei der Veröffentlichung des WHO-Malariaberichts.

Angst vor 100.000 zusätzlichen Todesfällen

Demnach konnten die meisten Kampagnen zur Malariaprävention im laufenden Jahr zwar ohne größere Verzögerungen vorangetrieben werden. Allerdings könnten laut WHO selbst kleinste Unterbrechungen beim Zugang zur Behandlung zu einer erheblich höheren Zahl von Todesopfern führen.

Werde der Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten in Subsahara-Afrika nur um zehn Prozent eingeschränkt, könnte dies zu 19.000 zusätzlichen Todesfällen führen. Eine Unterbrechung von 25 beziehungsweise 50 Prozent könnten in der Region weitere 46.000 beziehungsweise 100.000 Todesfälle zur Folge haben.

Viele Länder schlossen Grenzen

Im Zuge der Corona-Pandemie schlossen die Länder ihre Grenzen und Betriebe. Dadurch wurden auch Lieferungen von Anti-Moskito-Netzen und Medikamente gegen Malaria behindert oder unterbunden. Zudem lenkten die Regierungen Ressourcen um, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Das geschah auch zulasten des Kampfes gegen Malaria.

Im vergangenen Jahr seien 409.00 Menschen an der gefährlichen Fieberkrankheit gestorben, teilte die WHO mit - in etwa so viele wie 2018 (411.000 Malaria-Tote). Die Zahl der Malaria-Fälle habe von 2016 bis 2019 bei jährlich rund 230 Millionen stagniert. Wie in den vergangenen Jahren trug Afrika mehr als 90 Prozent der gesamten Krankheitslast.

Appell der WHO-Chefs

Laut  WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus wurde der Kampf gegen die Malaria auch durch Geldmangel behindert. Im Jahr 2019 hätten die betroffenen Länder rund 5,6 Milliarden Dollar für Vorbeugung, Diagnose und Behandlung der Tropenkrankheit gebraucht. Es seien aber nur drei Milliarden Dollar verfügbar gewesen.

Angesichts der Schwierigkeiten rief der WHO-Chef die Länder dazu auf, sich verstärkt dem Kampf gegen Malaria zu widmen. Ziel müsse eine Welt frei von der Fieberkrankheit sein, betonte er.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 30. November 2020 um 12:15 Uhr.