Masskrüge in einem Biergarten in Bayern. | Bildquelle: picture alliance / imageBROKER

WHO-Gesundheitsreport Europäer leben länger, aber ungesund

Stand: 12.09.2018 03:40 Uhr

Die Lebenszeit der Europäer ist um ein Jahr gestiegen - doch ihren Lebenswandel sieht die Weltgesundheitsorganisation mit Sorge: Sie befürchtet, dass eine Generation chronisch Kranker heranwächst.

Von Imke Köhler, ARD-Studio London

Die gute Nachricht zuerst: Unsere Lebenserwartung steigt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Phase von 2010 bis 2015 untersucht - mit dem Ergebnis: In dieser kurzen Zeitspanne haben die Europäer mehr als ein Jahr Lebenszeit hinzugewonnen.

Der rasante Anstieg hat mehrere Ursachen, basiert unter anderem aber auch darauf, dass europaweit die Gesundheitsversorgung besser geworden ist und Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs, Diabetes und chronische Atemwegserkrankungen weniger schnell zum Tod führen.

Lebenserwartung von Europäern gestiegen
tagesschau 12:00 Uhr, 12.09.2018, Gabor Halasz, ARD London

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Die Hauptrisiken: Übergewicht, Alkohol, Rauchen

Deutschland kommt derzeit im Durchschnitt auf 81 Jahre Lebenszeit und liegt damit im obersten Viertel der Statistik. Allerdings ‑ und das ist die schlechte Nachricht ‑ könnte unser Lebenswandel diese positive Entwicklung konterkarieren.

Claudia Stein, die Abteilungsleiterin für Forschung und Innovation bei der WHO, sieht vor allem Übergewicht und Fettleibigkeit als "Riesenproblem" - und nicht nur das: "Der Alkoholkonsum ist immer noch recht hoch, er liegt in Deutschland über dem europäischen Durchschnitt. Das ist etwas, wo wirklich noch angesetzt werden muss. Und die Raucherraten sind auch relativ hoch, wenn man sich das im internationalen Vergleich in Europa anschaut."

Übergewichtige Kinder und Jugendliche

Beim Übergewicht ist vor allem die Entwicklung im Kinder ‑ und Jugendalter erschreckend. So ist etwa unter den elfjährigen Jungen in Deutschland fast schon jeder Fünfte übergewichtig oder fettleibig. In zahlreichen anderen europäischen Ländern ist es in dieser Altersgruppe sogar schon jeder Dritte.

Die Weltgesundheitsorganisation warnt eindringlich vor den Folgen: Denn hier wächst aus ihrer Sicht eine ganze Generation heran, die später mit vielen chronischen Krankheiten zu kämpfen haben wird.

WHO-Expertin fordert Konsumsteuern

Auch beim Alkoholkonsum gibt es keine Entwarnung. In diesem Bereich liegt Europa im weltweiten Vergleich ohnehin schon an der Spitze, aber im Verhältnis zum EU-Durchschnitt von 8,6 Litern reinem Alkohol pro Jahr sattelt Deutschland mit elf Litern noch deutlich drauf. Was ist zu tun?

Claudia Stein von der WHO ist überzeugt davon, dass die Bürger mit ihrer Gesundheitsvorsorge nicht allein gelassen werden dürfen. Sie fordert Steuern und Gesetze zur Regulierung: "Wir wissen von vielen Ländern, dass eine Zuckersteuer zum Beispiel sehr erfolgreich ist; wir wissen, dass der Raucherbann in vielen Ländern dazu geführt hat, dass die Rate von Rauchern runterging ‑ und das ist etwas, was die Regierungen sich wirklich überlegen müssen."

"In Dänemark haben wir Radwege überall"

Ein Problem sieht Stein im deutschen Föderalismus mit seinen verschiedenen Entscheidungsebenen: der mache es nicht immer leicht, Dinge umzusetzen.

Grundsätzlich fordert die studierte Medizinerin die Regierungen dazu auf, in stärkerem Maße "Strukturen für die Gesundheit" zu schaffen - etwa, indem der Staat mehr als bisher die Bewegung der Menschen fördert.

Wie das konkret aussehen kann, hat sie in Dänemark beobachtet: "In Dänemark haben wir Radwege überall. Und jeder benutzt das Rad als Transportform ‑ das geht am schnellsten, egal welches Wetter."

Bei Schneefall würden die Radwege zuerst geräumt, die Autos müssten warten, erzählt Stein. "Und solche Strukturveränderungen helfen sehr."

WHO-Gesundheitsreport zur Lage in Europa
Imke Köhler, ARD London
12.09.2018 00:42 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 12. September 2018 um 09:00 Uhr.

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