Ein Soldat aus Angola impft auf der Straße ein kleines Mädchen gegen Gelbfieber.

Sorge bei der WHO Krisensitzung wegen Gelbfiebers einberufen

Stand: 18.05.2016 03:30 Uhr

Erst Ebola, dann Zika, nun Gelbfieber: Die WHO hat erneut eine Krisensitzung wegen eines drohenden Notstandes einberufen. Diesmal bereitet den Experten die Gelbfieber-Ausbreitung Sorgen. Der Überträger der gefährlichen Krankheit ist ein alter Bekannter.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein Dringlichkeitstreffen zum Ausbruch von Gelbfieber angesetzt. Kern der Gespräche am Donnerstag sollten der Ernst der Lage sowie die dringende Notwendigkeit von umfassenden Impfungen sein, sagte ein WHO-Sprecher.

Besonders kritisch ist die Lage derzeit im südwestafrikanischen Angola und seiner Hauptstadt Luanda. Dort war das Gelbfieber im Dezember ausgebrochen. Bis Mitte Mai meldeten die Behörden knapp 2300 Krankheitsfälle und fast 300 Todesopfer in Folge der Infektion. Der benachbarte Kongo meldete 44 Verdachtsfälle.

Risiko einer internationalen Ausbreitung

Auch in China wurden bislang elf Menschen positiv auf Gelbfieber getestet, nachdem sie aus Angola zurückgekehrt waren. Damit bestehe das Risiko einer "internationalen Ausbreitung" des Virus durch nicht geimpfte Reisende, warnte die WHO.

Gelbfieber ist eine Tropenkrankheit, die mit Symptomen wie Fieber, Erbrechen, Rückenschmerzen und Blutgerinnungsstörungen einhergeht und bis zu Organversagen und dem Tod führen kann. Bei Menschen, die noch nicht geimpft sind und noch nie mit dem Virus Kontakt hatten, sind schwere Krankheitsverläufe häufig. In solchen Fällen stirbt jeder zweite ohne medizinische Behandlung binnen zehn bis 14 Tagen.

Das Virus zirkuliert unter Affen, Beutel- und Nagetieren in Dschungelgebieten. Überträger der Krankheit sind Mücken der Aedes-Familie, die auch das Zika-Virus übertragen.

Mücken der Aedes-Familie sitzen auf einer Scheibe. | Bildquelle: AP
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Mücken der Aedes-Familie: Sie übertragen das gefährliche Virus.

Impfung sehr erfolgreich

In vielen Teilen Afrikas ist die Zahl der gegen Gelbfieber geimpften Menschen gering, obwohl der Schutz sehr zuverlässig ist. Die WHO brachte bereits 11,7 Millionen Impfdosen nach Angola. Im Kongo sollen zusätzliche 2,2 Millionen Menschen geimpft werden.

Die WHO hält Dringlichkeitstreffen mitunter dann ab, wenn ein internationaler Gesundheitsnotstand droht. In der jüngsten Vergangenheit hatten die Ebola-Epidemie sowie die Verbreitung des Zika-Virus die WHO zum Handeln gezwungen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Mai 2016 um 07:30 Uhr.

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