Reisernte in Myanmar | Bildquelle: dpa

Jahresbericht der Welthungerhilfe 50 Länder besonders vom Hunger bedroht

Stand: 11.10.2016 14:27 Uhr

Laut einem Bericht der Welthungerhilfe ist die Zahl der Hungernden seit dem Jahr 2000 weltweit um 29 Prozent gesunken. Dennoch sei die Hungersituation in 50 Ländern "ernst oder sehr ernst". Insgesamt 795 Millionen Menschen weltweit sind unterernährt.

Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe
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Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe

Die Deutsche Welthungerhilfe sieht Fortschritte bei der Bekämpfung von Unterernährung in Entwicklungsländern. In keiner Region der Welt stagniere der Kampf gegen den Hunger. Allerdings gebe es große Unterschiede, teilweise auch innerhalb von Staaten, sagte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, bei der Vorstellung des neuen Welthunger-Index. Demnach ist der "Hunger-Wert" seit der Jahrtausendwende um 29 Prozent gesunken.

Die meisten Sorgen bereiten weiterhin afrikanische Staaten südlich der Sahara und Länder in Südasien. Noch immer seien weltweit 795 Millionen Menschen unterernährt, sagte Dieckmann. Sie kritisierte die unerträglich hohe "Zahl von Hungernden" weltweit.

Grund für die gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert hohe absolute Zahl ist das Bevölkerungswachstum. In 50 Ländern sei die Hungersituation "ernst oder sehr ernst". Hauptursache seien oft bewaffnete Konflikte. Untersucht wurden aktuell 118 Staaten. Ausgenommen waren einige einkommensstarke Industriestaaten, darunter Deutschland.

Erfolge in Ruanda, Kambodscha und Myanmar

In den vergangenen 16 Jahren konnten laut Hunger-Index 22 Länder ihre Werte um mindestens 50 Prozent reduzieren. Die drei Länder in den Kategorien "ernst" und "sehr ernst", die ihre Hunger-Werte am stärksten senken konnten, waren Ruanda, Kambodscha und Myanmar. Alle drei Länder waren in den vergangenen Jahrzehnten von Bürgerkriegen und politischer Instabilität betroffen.

In den Index fließen Faktoren wie Unterernährung, die "Auszehrung von Kindern" unter fünf Jahren, die Wachstumsverzögerung bei Kindern sowie die Kindersterblichkeit ein. "Wir haben wichtige Erfolge in der Hungerbekämpfung erzielt. Allerdings müssen die Anstrengungen in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft entschieden gesteigert werden, wenn wir bis zum Jahr 2030 das Ziel 'Null Hunger' erreichen wollen", betonte die Präsidentin der Welthungerhilfe.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Oktober 2016 um 20:00 Uhr.

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